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Dr. Josef Moser Präsident des Österreichischen Rechnungshofes
 
Standpunkte 5. November 2012

Brüche in Versorgungskette eliminieren

Der Schlaganfall ist in Österreich mit jährlich rund 24.000 Neuerkrankungen eine der volkswirtschaftlich bedeutendsten Erkrankungen. Vor diesem Hintergrund sah die Gesundheitsreform 2005 mit den Reformpoolprojekten die Möglichkeit vor, den gesamten Versorgungsprozess beim Schlaganfall über sektorale Grenzen hinweg – Krankenanstalten, Rehabilitation, niedergelassene Ärzte, etc. – abzustimmen.

Inwieweit diese Reformpoolprojekte erfolgreich waren, hat sich der Rechnungshof nun in Oberösterreich und in der Steiermark angesehen. In Oberösterreich wurde ein Reformpoolprojekt von 2006 bis 2010 durchgeführt, in der Steiermark eines im Jahr 2008. In beiden Bundesländern brachten die Projekte Verbesserungen – etwa bei Kennzahlen wie Lyse-Rate oder Aviso-Quote – in Oberösterreich waren diese Verbesserungen noch deutlicher ausgeprägt als in der Steiermark. Die Kosten für die Reformpoolprojekte betrugen in Oberösterreich 2,1 Millionen Euro, in der Steiermark 0,35 Millionen Euro.

Handlungsbedarf gibt es in beiden Ländern aber nach wie vor bei der Schnittstelle zwischen Krankenanstalt und Reha-Einrichtung. Eine Schnittstelle, die für die Betreuung von Schlaganfallpatienten von besonderer Bedeutung ist. So ist teilweise nicht klar geregelt, in welchen Einrichtungen – in Akutkrankenanstalten oder ausschließlich im extramuralen Bereich – Patienten in der letzten Rehabilitationsphase versorgt werden sollen. Auch ist ein reibungsloser Kommunikationsfluss zwischen den jeweiligen betroffenen Einrichtungen und dem Patienten – wie etwa bezüglich der Bewilligung eines Reha-Antrags – nicht immer gewährleistet, sodass es zu unnötigen Wartezeiten kommt.

Um die guten Ansätze der Reformpoolprojekte weiterzuführen, muss in Zukunft gewährleistet werden, dass es zu keinen Brüchen in der Versorgungskette kommt. Klare Regelungen der Zuständigkeiten und mehr Qualität bei der Dokumentation wären daher weitere wichtige Schritte hin zu einer optimierten Betreuung von Schlaganfallpatienten in Österreich.

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