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© Apothekerkammer
Dr. Martin Hochstöger Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Apothekerkammer, Präsident Landesgeschäftsstelle Tirol
 
Standpunkte 29. Oktober 2012

Dort, wo nötig

Ich möchte mein Statement mit einer Frage beginnen. Diese lautet: „Wozu dient die ärztliche Hausapotheke?“ Richtig, zur Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln in ländlichen Regionen, wo keine öffentliche Apotheke besteht. Wir in Tirol haben etliche Regionen, wo die Ärzte die Versorgung ihrer Patienten mit Arzneimitteln selbst übernehmen – und das ist gut so. Ich stehe dazu, dass wir – die Ärzte und die Apotheker – gemeinsam das Beste für die Bevölkerung erreichen. In unserem Bundesland konnten wir auf Ebene der Standesvertretungen gemeinsam mit der kommunalen Politik für jeden Ort, für jede Region eine zufriedenstellende Lösung erzielen. Für mich steht dabei immer der Lösungswille im Sinne einer guten Versorgung sowohl in medizinischer als auch in pharmazeutischer Hinsicht im Vordergrund.

Allerdings halte ich es für äußerst problematisch, wenn bei der Frage „Wozu dient eine ärztliche Hausapotheke?“ mit dem Verdienst der Ärzte argumentiert wird. Ich schätze die Leistungen der Kollegen in der Ärzteschaft und finde, dass deren Entlohnung den erbrachten Leistungen auch entsprechen muss. Es kann doch nicht sein, dass ein Kassenarzt am Land nicht von seiner ärztlichen Tätigkeit leben kann! Wäre das so, dann stünde der Arzt ja komplett in Abhängigkeit eines nicht-ärztlichen Nebengewerbes. Insofern breche ich eine Lanze für die Ärzteschaft: Ärzte sollen so entlohnt werden, dass sie davon auch leben können und nicht auf Zusatzverkäufe angewiesen sind. Man stelle sich nur vor, die Hausapotheke fiele weg. Zwingt das den Arzt dazu, den „notwendigen“ Zusatzverdienst aus anderen Branchen zu lukrieren und aus seiner Ordination einer Krämerladen zu machen? Das kann es ja wohl nicht sein.

Wer also die Frage „Wozu dient eine ärztliche Hausapotheke?“ und nicht „Wem nützt eine ärztliche Hausapotheke?“ stellt, landet unweigerlich bei der Versorgungssicherheit. Mein Credo daher mit allem kollegialen Respekt: ärztliche Hausapotheke wo nötig, aber öffentliche Apotheke wenn möglich!

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