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Alois Stöger Bundesminister für Gesundheit
 
Standpunkte 18. Oktober 2012

Keine Sparkassen

Es geht ein Gespenst um in Europa – das Gespenst der Finanzkrise. Dieses Gespenst zwingt viele Regierungen dazu, drastische Einschnitte in den öffentlichen Ausgaben vorzunehmen und Leistungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zurückzufahren. Ein schneller Blick zu unseren Partnerländern innerhalb der Europäischen Union zeigt dies sehr eindrucksvoll.

Österreich geht hier einen ganz anderen, einen einzigartigen Weg. Wir haben in den letzten Jahren einerseits die Leistungen für die Versicherten ausgebaut und gleichzeitig die Krankenkassen saniert. Der Schuldenabbau der Sozialversicherung ist von zentraler Bedeutung, will man das heimische Gesundheitssystem erhalten und ausbauen. Viel zu leicht ist sonst von „kranken Kassen“ die Rede, die man dann ihrer Aufgaben entledigen kann. Gleichzeitig sind aber auch gute Leistungen für die Versicherten wichtig. Daher hat die Bundesregierung durch die Mindestsicherung erstmals in der Geschichte Österreichs alle Menschen in unserem Land voll krankenversichert. Ein weiterer Meilenstein ist die Einführung des Krankengelds für Selbstständige, das vor Kurzem in Begutachtung ging, oder der Ausbau der zahnärztlichen Leistungen in den Kassenambulatorien.

Auch wir stehen in der Gesundheitspolitik vor großen Herausforderungen. Das Gesundheitssystem muss sich täglich beweisen, um die Achtung und den Respekt der Bevölkerung zu erhalten. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang bei den Ärztinnen und Ärzten bedanken, die jeden Tag die Menschen in Österreich versorgen. Sie haben in mir einen Verbündeten, wenn es darum geht, die Versorgung zu verbessern. Für jeden zukünftigen Leistungsausbau sind sanierte Kassen eine Voraussetzung und bilden so die Grundlage für ein funktionierendes Gesundheitssystem. Krankenkassen sind aber keine Sparkassen. Natürlich müssen – wenn es möglich ist – die Leistungen laufend erweitert werden. Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht und ich bin zuversichtlich, diesen Weg auch in Zukunft weiter gehen zu können.

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