zur Navigation zum Inhalt
Dr. Ronald Pichler
 
Standpunkte 10. September 2012

„Headroom for Innovation“

Generika sind in erster Linie deshalb wichtig, weil sie einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von „Headroom for Innovation“ zu leisten imstande sind. Dieser „Headroom“ muss mittels konkreter Maßnahmen jedoch genutzt werden, um Patientinnen und Patienten in Österreich die Innovationen auch tatsächlich zugänglich zu machen.

Aus der Sicht der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich gibt es kein Match „Generika gegen Originalpräparate“, wie das oft und gerne dargestellt wird. Es ist vielmehr so, dass der gezielte Einsatz von Generika einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung des vielzitierten „Headroom for Innovation“ leisten kann, also zur nachhaltigen Finanzierbarkeit von Innovationen im Arzneimittelbereich.Eine vernünftige, faire und wettbewerbsfördernde Generikapolitik überwindet Diskriminierungen für preisgleiche Originalpräparate, schafft durch Wettbewerbsimpulse Kostendämpfungspotenziale für die Zahler-Organisationen und trägt damit entscheidend dazu bei, die dadurch frei werdenden Mittel gezielt für die Förderung des Zugangs zu innovativen Arzneimitteln für Patientinnen und Patienten in Österreich zu nutzen.

Diese Logik muss in Österreich jedoch erst mit konkreten Maßnahmen in die Realität umgesetzt werden. Der „Headroom-Ansatz“ muss sich also in der konkreten Ausgestaltung der Arzneimittelpolitik erst noch entsprechend niederschlagen.

Eine klare und spürbare Operationalisierung des „Headroom-for-Innovation“-Gedankens kann signifikante Vorteile sowohl für Zahler als auch für Patienten schaffen: etwa einen raschen, qualitativ hochstehenden und österreichweit einheitlichen Zugang zu innovativen Therapien sowie deren Finanzierbarkeit durch Nutzung frei werdenden Potenzials, das aufgrund des Einsatzes von Generika im patentfreien Bereich entsteht.

Der Nutzen innovativer Arzneimittel könnte somit rascher und umfassender bei Zahlerorganisationen sowie bei Patientinnen und Patienten ankommen, Kosten im nachgelagerten Bereich könnten durch den frühen Einsatz innovativer Therapien gedämpft werden.

Dr. Ronald Pichler
Generalsekretär des FOPI-Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich, External Affairs
Director bei GlaxoSmithKline Austria

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben