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Dr. Peter Gorka, Vorsitzender des Fachgruppenbeirates der ÖOG, St. Pölten
 
Standpunkte 3. September 2012

Peter Gorka: Gesamtheitliche Betreuung

Augengesundheit bedeutet mehr als nur gut sehen. Durch die Möglichkeiten der Diagnostik und seine umfassende Ausbildung ist der Augenarzt in der Lage, nicht nur Augenkrankheiten, sondern auch zahlreiche allgemeine Erkrankungen zu diagnostizieren, die nicht primär das Auge betreffen. So macht sich etwa die Fehlsichtigkeit bei Kindern oder der Grüne Star bei der Optiker-Kontrolle nicht erkennbar. Beide Erkrankungen sind auch für den Betroffenen erst zu einem sehr späten Zeitpunkt bemerkbar und dann jedoch meist unbehandelbar. Wir empfehlen daher Vorsorgeuntersuchungen machen zu lassen, denn die Behandlungsmöglichkeiten vieler schleichender Erkrankungen, die hier diagnostiziert werden können, haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Im Sinne einer gesamtheitlichen Betreuung ist künftig eine Vernetzung der Ophthalmologie mit anderen Fachdisziplinen enorm wichtig. Auch die Entwicklung der vielen Spezialgebiete und die rasante Entwicklung in der Augenheilkunde werden dazu führen, dass sich Zentren bilden. Denn um die Versorgung mithilfe investitionsintensiver Großgeräte in Zukunft sicherzustellen, sind Kooperationen notwendig und sinnvoll. Die Förderung der Gruppenpraxen und die Aufstockung des Stellenplans vor allem in den Ballungsräumen sind dringend notwendig. Einen Beitrag zur Optimierung der Versorgung würde auch die Beseitigung der Honorarlimits in der Krankenkassenabrechnung darstellen. Dass diese leistungs- und patientenfeindlich sind, belegt die Wartezeitenstudie: In den Bundesländern mit degressiver Honorierung ist die Zugangsschwelle zum niedergelassenen Augenarzt deutlich höher. Unsere Patienten wünschen sich eine integrierte und effiziente Versorgung und diesem Wunsch tragen wir derzeit nicht ausreichend Rechnung. Gegen das Modell eines One-Stop-Shops mit engem Ineinandergreifen von Augenheilkunde und Sehhilfeversorgung gibt es Bedenken vonseiten der Wirtschaftskammer. Es ist jetzt an der Zeit, eine politische Einigung zu finden, die den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird.

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