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Standpunkte 27. August 2012

Alkohol am Arbeitsplatz

Im Zusammenhang mit steigendem Leistungsdruck und der Zunahme psychischer Belastungen am Arbeitsplatz rückt auch immer wieder das Thema Alkohol in den Mittelpunkt der Diskussion. Psychische Belastungen in der Arbeitswelt sind mittlerweile der Hauptgrund für Frühpensionierungen. Gleichzeitig steigt auch der Verbrauch an Psychopharmaka an. Diese Entwicklungen haben ernst zu nehmende Folgen für den Arbeitsmarkt. Zur Verbesserung der Situation gibt es einen Entwurf zur Änderung im Arbeitnehmerschutzgesetz, die darauf abzielt, die Rolle der Arbeits- und Organisationspsychologen in den Betrieben zu stärken, um hier rechtzeitig reagieren zu können.

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 2,4 Prozent aller Frühpensionierungen aufgrund von Alkoholabusus stattfinden. Davon sind deutlich mehr Männer, nämlich 2,9 Prozent, als Frauen mit 1,4 Prozent betroffen. Zahlreiche Programme zielen darauf ab, die Rate der Frühpensionierungen insgesamt zu senken und die Menschen möglichst lange gesund und produktiv im Arbeitsprozess zu behalten. Entsprechende Suchtberatungs- und Therapieangebote sollen hier Arbeitgeber und -nehmer unterstützen, denn es ist nicht per se Sache des Dienstgebers, den Mitarbeiter vom Alkohol fern zu halten. Der Betrieb agiert sozusagen als Bühne, auf der die Problematik einer Suchterkrankung sichtbar wird, aber ursächlich nichts damit zu tun hat.

Zur Lösung ist das Arbeitsrecht aus meiner Sicht die denkbar schlechteste Waffe. Erfolgreiche Ansätze liefern das Human Ressource Management oder die betriebliche Gesundheitsförderung. Professionelle Hilfe steht vonseiten der Arbeitsmedizin, der Arbeitspsychologie, der Sozialarbeiter oder der Betriebsräte zur Verfügung. Eine Integration von Rehabilitationsangeboten ist dringend geboten.

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