zur Navigation zum Inhalt
© Cityfoto/Schenk
Johannes Kainberger, MBA, MPA Direktor body&health academy gmbh, Präsident des Österreichischen Gesundheits- und Sozialforums
 
Standpunkte 3. Juli 2012

Handeln statt klagen

Wir leben immer mehr in einer „Health Society“, in einer Gesellschaft, die sich zuallererst über das Streben nach Gesundheit und Wohlbefinden definiert. Gesundheit wird in Zukunft – völlig altersunabhängig – zu einem allgegenwärtigen Phänomen, in unserem Privatleben ebenso wie im Freizeitbereich und in der Arbeitswelt. Kurz gesagt: Gesundheit wird als Schlüsselressource, als wichtigstes Zukunftspfand und als Schauplatz für mehr Genuss und Lebensfreude immer wichtiger.

Um aber gesund zu bleiben, gesund zu werden und gesundheitsrelevante Entscheidungen fällen zu können, braucht es eine entsprechende Gesundheitskompetenz. Fehlt diese, wirkt sich das nicht nur auf das Gesundheitswesen selbst, sondern auch auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik negativ aus.

Der neu entwickelte Gesundheitsführerschein soll bereits in Grundschulen angeboten werden. Schließlich wird hier der Grundstein für ein umfassendes Gesundheitsverständnis gelegt. Das Hauptaugenmerk und somit die größte Zielgruppe sind aber die Erwachsenen im erwerbstätigen Alter. Das Wissen um die Zusammenhänge der Gesundheit hat einen direkten Einfluss auf die Produktivität von Mitarbeitern. Gesunde Menschen erbringen grundsätzlich bessere Arbeitsleistungen als kranke. Kranke Menschen sind zudem öfter abwesend. Dies verursacht entsprechende Folgekosten für die Betriebe und die Versicherungen. Die Gesundheit der Mitarbeitenden ist darüber hinaus eine wesentliche Voraussetzung für deren Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen selbst.

Das Projekt Gesundheitsführerschein wird nachhaltig die Gesundheitslandschaft in Österreich verändern können. Dazu ist jedoch die Unterstützung vonseiten der Politik und der Wirtschaft, insbesondere aber der Sozialversicherungsanstalten notwendig. Denn es reicht sicherlich nicht aus, ständig über die Kostenexplosion durch die demografischen Veränderungen in unserem Land zu klagen. Sinnvoller wäre es, Menschen möglichst lange durch umfassendes Wissen gesund und eigenständig zu erhalten und so vor der 24-Stunden-Pflege zu bewahren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben