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Prof. Dr. Kurt Grünewald Abgeordneter zum Nationalrat, Wissenschafts- und Gesundheitssprecher Die Grünen
 
Standpunkte 21. Juni 2012

Nutzen und Stolpersteine

Über die Sinnhaftigkeit, verlässliche und sofort abrufbare Informationen über wichtige Gesundheitsdaten zu bekommen, besteht kaum Zweifel. Im stationären Bereich ist dies bereits Standard, im niedergelassenen Bereich erfordert es oft mühsame, zeitraubende Telefonate und hartnäckige Interventionen. Es ist daher legitim, nach zeitgemäßen Modellen zu suchen, die praktikabel, effizient, erschwinglich und vonseiten des Datenschutzes ausreichend sicher sind.

Die Verzögerungen der bereits in der Gesundheitsreform vorgesehenen elektronischen Gesundheitsakte lagen nicht nur in der Skepsis der Ärztekammer, sondern auch in einer nicht gerade glücklichen Suche nach Anbietern, einer wenig regelkonformen Ausschreibung sowie in mangelndem diplomatischen Geschick und nicht ausreichender Transparenz der Verantwortlichen. Die wenig geschmackvollen Stilmittel der Ärztekammer mit ihren Kampagnen verhärteten die Fronten zusätzlich. Diskrepanzen in den Ansichten zwischen praktizierenden und angestellten Ärzten sowie der Ärztekammer wurden sichtbar und erschwerten eine sachliche Kommunikation.

Zweifellos wurden nun Verbesserungen vorgenommen, die Definition von Zugriffsberechtigten enger und klarer erfasst und strenge Strafen bereits bei beabsichtigtem Missbrauch formuliert. Allzu strengen Kritikern sei in Erinnerung gerufen, dass Fax, Arztbriefe und deren Kopien mit einem unvergleichlich höheren Risiko des unbefugten Datenzugriffs verbunden sind und von Versicherten nicht korrigiert werden können. Was allerdings bleibt, sind die Prioritätensetzung bei Daten, das Eindämmen der Datenflut, eine praxisfreundliche Katalogisierung wichtiger Informationen und eine erkennbare Nutzerfreundlichkeit bei vertretbaren Kosten. All das sollte in einem partnerschaftlichen Dialog klarer ausgearbeitet werden. Sich hier die nötige Zeit zu nehmen, scheint aufgrund der Größe und Kosten des Projektes ein Gebot der Stunde. Niemand ist blamiert, wenn dies erst im Herbst, dafür aber in breiterem Konsens geschieht.

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