zur Navigation zum Inhalt
© Foto Wilke / Österr. Apothekerkammer
Mag. Heinrich Burggasser Präsident der Österreichischen Apothekerkammer
 
Standpunkte 23. Mai 2012

E-Medikation gehört umgesetzt

Die Apothekerschaft ist die Mutter der E-Medikation, haben wir doch bereits im Jahr 2007 mit dem Arzneimittel-Sicherheitsgurt den Grundstein für ein elektronisches Tool zur Erfassung der Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten in der Apotheke gelegt. Grundsätzlich bin ich ein Unterstützer der E-Medikation, weil ich von den Vorteilen für unsere Kunden zutiefst überzeugt bin: Dramatische Wechselwirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen können durch ein derartiges System weitgehend in Zaum gehalten werden, wie uns die Ergebnisse eindrucksvoll zeigen. Immerhin wurden 110 schwere Wechselwirkungen erkannt und somit beseitigt.

Um die Medikamentensicherheit für unsere Kunden zu gewährleisten, fordere ich daher die sofortige Einführung der E-Medikation. Meiner Meinung nach gibt es kein gesundheitlich sinnvolles Argument gegen die E-Medikation. Sie gehört eingeführt und umgesetzt. Wenn die anderen Partner im Gesundheitssystem nicht mit im Boot sind oder politischer Widerstand zwischen den Parteigrenzen nicht überwunden werden kann, dann werden wir die E-Medikation mit unseren Möglichkeiten eben wieder alleine umsetzen. Ich würde es allerdings sehr begrüßen, wenn sich alle Gesundheitsberufe meiner Forderung anschließen.

Als Apotheker im 22. Wiener Gemeindebezirk war meine Apotheke in den Pilotbetrieb involviert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass vor allem Senioren von der E-Medikation profitiert haben. Allerdings habe ich als betroffener Apotheker auch persönlich miterlebt, dass die Bedienung des Systems durchwegs mit technischen Schwierigkeiten verbunden war. Für uns an der Tara kam es durch die Eingabe in der E-Medikationsmaske zu starken zeitlichen Verzögerungen bei der Beratung unserer Kunden. Hier sehe ich noch einen eindeutigen Verbesserungsbedarf in Richtung Praxistauglichkeit. Viel Erklärungsbedarf gegenüber den Patienten hatten wir auch in Sachen Datenschutz. Die angedachte Opting-out-Variante für Kunden halte ich für sinnvoll, eine verpflichtende Teilnahme der Gesundheitsberufe für erstrebenswert.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben