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© Gerhard Ribnicsek / HVB
DI Volker Schörghofer Generaldirektor-Stellvertreter, Geschäftsbereich IT, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
 
Standpunkte 23. Mai 2012

Hoher Patientennutzen bestätigt

Aus Sicht der Sozialversicherung stellen die Ergebnisse des Evaluierungsberichts nun bereits die dritte „Aufforderung“ zu einer raschen österreichweiten Realisierung der E-Medikation dar.

Unabhängige Wissenschaftler haben durch Befragung der Teilnehmer erhoben, dass für 70 Prozent der Ärzte, 90 Prozent der Apotheker und 85 Prozent der Patienten die E-Medikation ein geeignetes Instrument für die Information des Arztes ist. Es kann einer besseren Abstimmung von Krankenhaus, Arzt und Apotheker dienen und sich positiv auf die Patientensicherheit auswirken.

Noch eindrucksvoller sind die gemessenen Leistungen, die das System selbst erbringen konnte. Im Durchschnitt trat bei jedem zweiten Besuch eines Patienten bei einem Arzt oder einem Apotheker eine Warnung vor einer Wechselwirkung auf. 110 solcher Warnungen wurden aufgrund schwerer Wechselwirkungen ausgelöst. Der Anteil der rezeptfreien Medikamente an den Wechselwirkungswarnungen war mit 3,5 Prozent überproportional hoch. Bei jedem sechsten Besuch zeigte das System eine Warnung vor einer möglichen Überschreitung des Therapieintervalls und bei jedem neunten Besuch eine Warnung vor einer Doppelverordnung. Hochgerechnet auf ganz Österreich könnten so jährlich bis zu 100.000 schwere Interaktionen aufgedeckt und rund 1,5 Millionen Doppelmedikationen vermieden werden.

Klarer kann gar nicht bewiesen werden, dass die E-Medikation ein wichtiges und einzigartiges Projekt ist, das die Patientensicherheit erhöht und die Qualität von Medikationen und Behandlungen positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluierung des Pilotprojekts E-Medikation, aber auch unsere eigenen Erkenntnisse werden nun in die Konzeption des bundesweiten Dienstes E-Medikation einfließen. Die technischen und organisatorischen Grundlagen für den bundesweiten Betrieb können rasch umgesetzt werden. Was für einen bundesweiten Betrieb jetzt noch fehlt, sind die gesetzlichen Grundlagen. Hier ist nun die Politik am Zug, und diese sollte im Interesse der Patientensicherheit sehr rasch handeln.

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