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Foto: Leo Himmsl
Dr. Klaus Connert Allgemeinmediziner und Leiter des Referats für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer
 
Standpunkte 24. April 2012

Erfahrungsmedizin

Homöopathie ist eine komplementärmedizinische Methode mit 200-jähriger Tradition, die weltweit erfolgreich angewandt wird. Der Wirknachweis in wissenschaftlichen Studien nach herkömmlichen Kriterien ist für die individualisierte Regulationsmethode kaum möglich. Die positiven Erfahrungen von Tausenden Ärzten und Hunderttausenden Patienten sind jedoch ein eindrucksvoller Beleg für die hohe Wirksamkeit. In Österreich ist eine qualitätsvolle Anwendung durch erfahrene Schulmediziner mit einer qualifizierten Homöopathieausbildung sichergestellt. Über die Wirkungsweise der Homöopathie existieren verschiedene Modellvorstellungen. Einer aktuellen Hypothese zufolge besitzen wir in unseren Erbanalgen – unserem genetischen Pool – unzählige Informationen, die wir unser Leben lang nicht aktivieren oder abrufen. Wenn wir erkranken, heißt das, dass unsere normale Regulation nicht mehr ausreicht, um uns gesund zu erhalten. Durch eine homöopathische Arznei aktivieren wir aus unserem genetischen Pool Informationen, die wir bisher nicht zur Verfügung hatten. Das ermöglicht es uns, aus eigener Kraft die Krankheit zu bekämpfen. Die homöopathische Arznei gibt den Anstoß zur Regulation. Wenn unter Wissenschaft nur das aus dem Leben genommene Experiment verstanden wird, dann ist die Wirkung von Homöopathie mit den derzeit existierenden wissenschaftlichen Modellen tatsächlich schwer nachweisbar. Wenn jedoch als Wissenschaft auch akzeptiert wird, dass Tausende Ärzte seit 200 Jahren weltweit Hunderttausende von Patienten in ihren Praxen erfolgreich behandeln, dann ist Homöopathie sehr gut belegt. Wir sprechen hier nicht von einer Religion, von keiner Philosophie, keiner Esoterik, sondern von einer wissenschaftlichen Methode: Zur Auswahl des jeweils adäquaten Mittels werden ein Arzneimittelbild und ein Krankheitsbild miteinander verglichen. Homöopathie ist nicht als Alternative zur Schulmedizin, sondern als eine ärztliche Therapiemethode unter mehreren Möglichkeiten zu sehen. Im Vordergrund stehen der individuelle Patient und dessen aktueller Zustand.

  • Herr Peter Erdinger, 30.11.2012 um 14:00:

    „Diese Aussage von Herrn Connert hat mich etwas erschüttert: "Der Wirknachweis in wissenschaftlichen Studien nach herkömmlichen Kriterien ist für die individualisierte Regulationsmethode kaum möglich."

    Das halte ich für groben Unfug. Anständig formulierte Hypothesen lassen sich auch statistisch überprüfen. Statistik ist die Objektivierung der eigenen quantitativen Beobachtung. Wenn sich diese Beobachtung einer Objektivierung entzieht, findet sie wahrscheinlich nur zwischen den Ohren statt.

    Menschen können sich den größten Unfug einreden. Unzählige Menschen in Afrika glauben, beeindruckende Erfahrungen mit Hexerei gemacht zu haben. Unzählige Priester haben positive Erfahrungen mit Exorzismen gemacht. Über Jahrhunderte gab es bestimmt auch ganz tolle Erfahrungen mit dem Aderlass. Was ist mit den zahllosen positiven Erfahrungen mit Astrologie, Handlesen und neuerdings "Quantenheilung"?

    Persönliche Erfahrungen sind ein guter Hinweis. Aber sie sind nicht unfehlbar. Man muss immer bereit sein, seine persönlichen Erfahrungen objektiv zu testen.
    Herr Connert wirft diese Erkenntnis mal so eben über Bord. Die positiven Erfahrungen von Homöopathen sind das einzige was für ihn zählt. Er wird es sich nicht eingestehen – aber durch genau dieses Verhalten begibt er sich auf eine Ebene mit Astrologen und Wunderheilern. Und weil Homöopathie nicht von objektiven Untersuchungen bestätigt wird, ist sie auch nicht glaubwürdiger als Astrologie oder Regentänze.“

  • Herr Peter Erdinger, 30.11.2012 um 14:01:

    „Diese Aussage von Herrn Connert hat mich etwas erschüttert: "Der Wirknachweis in wissenschaftlichen Studien nach herkömmlichen Kriterien ist für die individualisierte Regulationsmethode kaum möglich."

    Das halte ich für groben Unfug. Anständig formulierte Hypothesen lassen sich auch statistisch überprüfen. Statistik ist die Objektivierung der eigenen quantitativen Beobachtung. Wenn sich diese Beobachtung einer Objektivierung entzieht, findet sie wahrscheinlich nur zwischen den Ohren statt.

    Menschen können sich den größten Unfug einreden. Unzählige Menschen in Afrika glauben, beeindruckende Erfahrungen mit Hexerei gemacht zu haben. Unzählige Priester haben positive Erfahrungen mit Exorzismen gemacht. Über Jahrhunderte gab es bestimmt auch ganz tolle Erfahrungen mit dem Aderlass. Was ist mit den zahllosen positiven Erfahrungen mit Astrologie, Handlesen und neuerdings "Quantenheilung"?

    Persönliche Erfahrungen sind ein guter Hinweis. Aber sie sind nicht unfehlbar. Man muss immer bereit sein, seine persönlichen Erfahrungen objektiv zu testen.
    Herr Connert wirft diese Erkenntnis mal so eben über Bord. Die positiven Erfahrungen von Homöopathen sind das einzige was für ihn zählt. Er wird es sich nicht eingestehen – aber durch genau dieses Verhalten begibt er sich auf eine Ebene mit Astrologen und Wunderheilern. Und weil Homöopathie nicht von objektiven Untersuchungen bestätigt wird, ist sie auch nicht glaubwürdiger als Astrologie oder Regentänze.“

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