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Standpunkte 17. April 2012

Die großen Hürden

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger

Kein Kommentar zu den laufenden Verhandlungen ist dem Vorsitzenden des Hauptverbandes derzeit zu entlocken. Bis zum nächsten Treffen der politischen Steuerungsgruppe hat sich der Verband offenbar selbst einen Maulkorb verpasst. In den spärlichen Wortmeldungen des Hauptverbands-Vorsitzenden Hans Jörg Schelling zeigt sich aber eine deutlich zurückhaltende Einschätzung des bisher Erreichten. Natürlich betont auch Schelling immer wieder die Fortschritte in den Verhandlungen. So sagte er etwa im Rahmen einer Veranstaltung: „Mit den in der politischen Steuerungsgruppe erzielten Ergebnissen – Einführung eines sogenannten Finanzzielsteuerungssystems und ein mit 3,5 Mrd. Euro fixierter Kostendämpfungspfad – ist ein wichtiger Schritt gelungen, um auch im Spitalsbereich die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen und das System nachhaltig finanzierbar zu halten, so wie das die Krankenversicherungsträger bereits vorexerziert haben.“ Auffällig ist aber doch, dass solchen Aussagen postwendend immer ein „aber“ folgt – wie auch in diesem Fall: „Aber wir sind noch längst nicht dort, wo wir hin wollen.“ Zur Verdeutlichung bemüht Schelling einen Vergleich aus dem Sport: Man sei nun bei Hürde sechseinhalb von zehn angelangt. Während aber im Hürdenlauf die einzelnen Hürden gleichmäßig rund 1,10 Meter hoch wären, äußerte Schelling die „Angst, dass die letzte dann dreieinhalb Meter hoch wird.“

Schelling will nach Festlegung der grundsätzlichen Ziele in weiterer Folge alle am Gesundheitswesen Beteiligten mit einbeziehen. Immerhin würden die erzielten Vereinbarungen aber nur einen Zwischenschritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesundheitsreform darstellen: „Wir glauben fest daran, dass es in der Gesundheit einen Paradigmenwechsel geben muss, um den Blick weg von der Krankheit hin zur Gesundheit zu lenken. Im Masterplan ist dieses Bestreben als ‚langes Leben bei guter Gesundheit‘ verankert. Dazu haben wir ein Modell skizziert, das bei der Prävention über die Eigenverantwortung ansetzt und zum Thema Gesundheitsförderung führt.“

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