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Dr. Norbert Jachimowicz Kurienobmann-Stellvertreter niedergelassene Ärzte in der Wiener Ärztekammer
 
Standpunkte 10. April 2012

Ausbildung weiterhin anbieten

Dass es im Bereich der Versorgung chronischer Wunden im Allgemeinen und beim Diabetischen Fuß im Speziellen Schwachstellen gibt, ist bekannt. Nicht zuletzt deshalb wurde vor etwa zwei Jahren das Pilotprojekt der Ärztekammer in Kooperation mit dem Krankenhaus Göttlicher Heiland und der Wiener Gebietskrankenkasse gestartet. In dessen Rahmen wurden mehr als 50 Kollegen aus dem niedergelassenen Bereich interdisziplinär und praxisorientiert in der Wundversorgung chronischer Wunden ausgebildet, wobei das zwanzigstündige Curriculum sehr ambitioniert war. Leider hat im Anschluss an die Ausbildung nur ein kleiner Teil der Absolventen – rund zehn Ärzte – auch weiterhin am Projekt teilgenommen. Das lag zum Teil möglicherweise an den zusätzlichen bürokratischen Hürden, die zu bewältigen waren, zum Teil aber auch daran, dass die Nachfrage der Patienten nicht so groß war wie erwartet. Es scheint tatsächlich gar nicht so viele Patienten mit einem Diabetischen Fuß zu geben, wie das von den Fachgesellschaften geschätzt oder aus den Besuchen in den Ambulanzen hochgerechnet wird. Die fehlende Nachfrage war auch der wesentliche Grund, warum das Projekt beendet wurde. Das ist aus meiner Sicht sehr schade, denn eines ist klar, eine fundierte Ausbildung muss in diesem Bereich auch weiterhin angeboten werden. Das wurde in der Vergangenheit sicherlich etwas stiefmütterlich behandelt. Das Ende des Projekts bedeutet aber nicht, wie da und dort kolportiert wurde, dass nun die Kassen die Wundbehandlung nicht mehr finanzieren würden. Entsprechende Modelle gab es auch davor schon, die gelten weiterhin. Ein noch zu lösendes Problem ist zweifellos die Tatsache, dass es zu wenige interdisziplinäre Kompetenzzentren gibt, die niedergelassenen Ärzten Unterstützung in Problemfällen anbieten können. Das Pilotprojekt hat aber bestimmt dazu beigetragen, die Situation bei der Behandlung chronischer Wunden insgesamt zu verbessern, das Problembewusstsein zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenem Bereich und mobiler Pflege zu professionalisieren.

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