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Gerhard Hutter Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse
 
Standpunkte 3. April 2012

Lebensmodell Arzt muss attraktiv bleiben

Noch nie gab es so viele berufstätige Ärzte wie heute. Die Dichte an Allgemeinmedizinern liegt bei uns um 100 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Das Problem heißt also nicht Ärztemangel – und trotzdem: Immer mehr Mediziner entwerfen Lebensmodelle, die mit den althergebrachten Rollenbildern und Rahmenbedingungen nicht kompatibel sind. Und das ist auch zu verstehen: Ärzte pochen zu Recht auf eine ausgewogene Work-Life-Balance in den verschiedenen Stadien ihrer Biografie.

Gerade Landarzt zu sein bedeutet ja oft, eine Schlüsselrolle in der Versorgung einzunehmen und eine ebenso große medizinische wie menschliche Verantwortung: Er kennt seine Patienten – oft über eine lange Zeit – in ihrer Gesamtheit und er begleitet Familien und deren Schicksale. Kurz: (Land)Arzt zu sein ist zweifellos ein sehr erfüllender Beruf, der allerdings auch geeignete Rahmenbedingungen braucht, damit das so bleibt. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem um Soft Facts wie die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um ausreichend Freizeit und Ähnliches.

Wir als Niederösterreichische Gebietskrankenkasse nehmen diese Verantwortung unseren Vertragspartnern gegenüber sehr ernst. Deshalb setzen wir auf neue Formen der ärztlichen Zusammenarbeit wie zum Beispiel Jobsharing-Praxen oder flexible Vertretungsmodelle, um gute Rahmenbedingungen und ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, das etwa auch Frauen mit Kindern bzw. Eltern entgegenkommt. Darüber hinaus machen wir – basierend auf einer laufenden Evaluierung – einen rollierenden und daher bedarfsorientierten Stellenplan.

Denn jeder Arzt hat das Recht auf eine ausgewogene Work-Life-Balance, jeder Arzt hat das Recht auf berufliche Zufriedenheit und Lebenszufriedenheit. Und uns als Vertragspartner ist es wichtig, unseren Beitrag zu leisten, damit das Lebensmodell Arzt auch in Zukunft noch attraktiv bleibt.

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