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Dr. Mathilde Kersting Stv. Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund
 
Standpunkte 28. März 2012

Begleitende Wirksamkeitsforschung

Es ist aus Sicht der Primärprävention sehr zu begrüßen, wenn in einem Nationalen Aktionsplan der gesunden Ernährung von früher Kindheit an ein hoher Stellenwert beigemessen wird.

Die Einbeziehung der Gemeinschaftsverpflegung in Schulen entspricht dem Public Health-Konzept der Verhältnisprävention durch erleichterten Zugang zu gesunden Nahrungsangeboten. Die klassische Wissensvermittlung allein greift zu kurz. Auch Qualitätsstandards für die Schulverpflegung bieten allein noch keine Gewähr für eine gesündere Ernährung der Kinder, wie Erfahrungen aus den USA zeigen.

Aus Meta-Analysen geht hervor, dass multimodale Interventionen zur Adipositasprävention im Schulsetting das Bewegungs- und Ernährungsverhalten und sogar den BMI der Kinder im gewünschten Sinne beeinflussen können. Allerdings ist nicht bekannt, welche Maßnahmen im Einzelnen erfolgreich und welche erfolglos waren. Möglicherweise werden wertvolle finanzielle Mittel und persönliches Engagement vor Ort vergeblich eingesetzt. Deshalb sollten Aktionsprogramme – wie etwa auch die IN FORM Initiative in Deutschland – von einer Wirksamkeitsforschung begleitet werden. Dabei kann sich dann etwa herausstellen, dass bereits einfache Maßnahmen, wie das Aufstellen von leitungsgebundenen Trinkwasserspendern in Schulen, nicht nur den Wasserverzehr der Kinder erhöht, sondern auch die Prävalenz von Übergewicht signifikant vermindern kann.

Bei allem Bemühen um eine gesunde Ernährung darf die Lebenswirklichkeit der Kinder und Familien nicht unberücksichtigt bleiben. Und die ist – jedenfalls in Deutschland – durch die Verwendung industriell hergestellter Fertigprodukte geprägt, beginnend mit der Gläschenkost für Säuglinge. Das Forschungsinstituts für Kinderernährung untersucht deshalb in dem Projekt „Previkids NRW“, wie der Transfer von der Forschung in die Unterstützung der Ernährungswirtschaft bei der Entwicklung und Vermarktung gesunder Nahrungsprodukte für Kinder gelingen kann, auch in der Gemeinschaftsverpflegung – als realitätsnahen Schritt zu einer optimierten Mischkost für Kinder.

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