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Foto: Grebe/BMG
Alois Stöger Bundesminister für Gesundheit
 
Standpunkte 28. März 2012

Bei den Kindern ansetzen

Gesunde Ernährung ist eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Wir müssen uns diesem Problem mit aller Kraft stellen. Die Trendwende muss geschafft werden. Seit Beginn meiner Ministerschaft habe ich einen Schwerpunkt auf dieses Thema gesetzt, ich wollte wegkommen von der über Jahre vorherrschenden „Projektitis“, also dem gelegentlichen Verteilen von Äpfeln, hin zu einer Gesamtstrategie für Österreich. Durch den Nationalen Aktionsplan Ernährung ist das gelungen. Bis 2020 wollen wir die Trendwende schaffen. Mir ist es auch sehr wichtig, die Wissenschaft mit ins Boot zu holen. Daher habe ich die Nationale Ernährungskommission gegründet, die mich intensiv in allen Fragen rund um gesunde Ernährung berät.

Der erste große Ansatzpunkt ist die Ernährung von schwangeren Frauen, Säuglingen sowie Kindern und Jugendlichen. Zwei Maßnahmen möchte ich in diesem Zusammenhang besonders hervorstreichen: Die Beikost ist eine sehr wichtige und prägende Nahrung für Babys. Bisher gab es unzählige, kaum durchschaubare Empfehlungen. Wir haben jetzt einheitliche, nach neuestem Stand der Wissenschaft formulierte Beikostempfehlungen herausgegeben.

Die zweite große Maßnahme ist die Initiative Schulbuffet. Ich bin davon überzeugt, dass wir dort hingehen müssen, wo Menschen tatsächlich ihr Essen kaufen. Bei Kindern ist es das Schulbuffet. Wir können noch so viele gute Broschüren unter die Leute bringen, wenn in den Schulbuffets weiterhin die Leberkäsesemmel regiert, werden wir keinen nachhaltigen Erfolg haben. Unsere mobilen Beraterteams touren jetzt für zwei Jahre durch Österreich und helfen den Buffetbetrieben bei der Umstellung auf ausgewogene Ernährung. Jeder Standort wird individuell betreut und beraten. Alle Betriebe, die ihr Angebot an die Leitlinie Schulbuffet – das wissenschaftliche Fundament der Initiative – anpassen, werden ausgezeichnet. Dass wir nach nur zwei Monaten schon rund 100 Anmeldungen von Buffetbetrieben haben, stimmt mich zuversichtlich, mit dieser Maßnahme wirklich nachhaltige Gesundheitspolitik zu machen.

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