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Foto: SVA
Peter McDonald Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft, SVA
 
Standpunkte 21. März 2012

Österreicher leben länger – aber krank

Österreich investiert im europäischen Vergleich nach Norwegen am zweitmeisten in die Gesundheit der Menschen. Trotz einer hohen Lebenserwartung verlieren wir aber mehr als 20 Jahre durch Krankheit. Den Österreichern verbleiben damit insgesamt weniger gesunde und beschwerdefreie Lebensjahre als dem Durchschnittseuropäer. Das auch, weil in Österreich das nachträgliche Heilen anstelle einer rechtzeitigen Vorsorge noch immer im Vordergrund steht. Diese Problematik war für uns Beweggrund genug, um den Schwerpunkt auf die Prävention zu legen, denn in diesem Bereich braucht es in der österreichischen Gesundheitspolitik ein Umdenken.

Seit Jahren bemüht sich die SVA darum, Versicherte nicht erst im Krankheitsfall zu unterstützen. Mit Projekten und Aktionen wie „Fit zu mehr Erfolg“ oder dem „Gesundheitshunderter“ haben wir bereits eine lange Tradition in der Gesundheitsvorsorge. Wir haben auf diese Erfahrungen aufgebaut und gemeinsam mit der Ärztekammer das Vorsorgeprogramm „Selbstständig Gesund“ erarbeitet. Uns war es dabei sehr wichtig, ein Modell zu entwickeln, das auf Freiwilligkeit basiert und all unseren Versicherten die Möglichkeit der Teilnahme an dem Programm bietet, Gesunden und weniger Gesunden gleichermaßen.

Neben dem Anreiz von höherer Lebensqualität soll das Engagement für die eigene Gesundheit durch das Erreichen der vereinbarten Ziele auch mit einem finanziellen Anreiz, der Halbierung des Selbstbehaltes, belohnt werden. Wir wollen durch das Investment in Vorsorge das Bewusstsein unserer Versicherten stärken, damit jeder Einzelne heute bereits die Weichen für seine Gesundheit von morgen stellt. Das Programm soll die Eigenverantwortung fördern, sich selbst für ein möglichst langes gesundes, beschwerdefreies Leben einzusetzen.

Wir wollten hier als SVA gemeinsam mit den Ärzten einen Impuls geben und zeigen, was durch Engagement und Innovationskraft innerhalb des bestehenden Systems bereits möglich ist. Und der Erfolg gibt uns Recht – durch die Steigerung der Vorsorgeuntersuchungen im Jänner von 25 Prozent.

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