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Mag. Karl Schwaiger Pflegedirektor, Vizepräsident des Österr. Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, Projektleiter „Seniorenberatung Tennengau“ und „Case- und Caremanagement Tennengau“
 
Standpunkte 13. März 2012

Integrierte Versorgung stärken

Die Finanzierung des Pflegefonds bis 2016 ist ein wichtiger Schritt in Richtung der finanziellen Absicherung der Pflegekosten. Die vereinbarte Zweckbindung der Mittel für den Ausbau der Angebote in der Langzeitpflege – etwa mobile Betreuungs- und Pflegedienste, Tagesbetreuung, Kurzzeitpflege in stationären Einrichtungen oder der verstärkte Einsatz des Case- und Caremanagements – muss entsprechend forciert und auf seine Qualität geprüft werden. Nicht zu vergessen sind dabei die Leistungserbringer, die Pflegepersonen. Hochwertige Leistungen müssen auch adäquat bezahlt werden. Diese Forderung ist unter dem Aspekt des Mangels an qualifizierten Pflegekräften, der vor allem im Bereich der mobilen Pflege besonders stark spürbar ist und weiter extrem ansteigen wird, noch zu unterstreichen.

Immer wieder werden sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegepersonen zu Bittstellern degradiert. Pflegebedürftige werden nach wie vor aus der Sozialhilfe finanziert, wenn sie die Pflegeleistungen nicht selbst finanzieren können. Wir brauchen hier andere Finanzierungstöpfe, die das Lebensrisiko Pflege absichern. Bei den mobilen Diensten wiederum brauchen wir dringend eine entsprechende Anerkennung der herausfordernden Leistungen durch bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Der Ausbau von Beratungsleistungen über Möglichkeiten, wie im Falle der Pflegebedürftigkeit richtig gehandelt werden kann, welche staatlichen Unterstützungen es gibt und wie die individuelle Situation in einer Region konkret aussieht, ist ein Gebot der Stunde und kann mittels aufsuchender Beratung in den Gemeinden, direkt bei den Menschen, am effizientesten durchgeführt werden. Als positives und wissenschaftlich evaluiertes Beispiel sei die „Seniorenberatung Tennengau“ in Salzburg erwähnt, nach deren Vorbild nun auch Beratungen in den Sozialsprengeln Tirols erfolgen.

Der weitere Ausbau der Langzeitpflege – zu Hause oder in teilstationären wie stationären Settings – ist absolut notwendig, in Kooperation mit allen Berufsgruppen im Sinne der integrierten Versorgung sicherzustellen und entsprechend zu honorieren.

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