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Foto: VGKK
Dir. Mag. Christoph Metzler Vorarlberger Gebietskrankenkasse
 
Standpunkte 6. März 2012

Konsequenzen werden gezogen

Physiotherapeutische Übungen helfen, nach einem Unfall die ursprüngliche Mobilität wieder zu erlangen, oder verschaffen etwa bei chronischen Schmerzen zumindest eine Linderung der Beschwerden. Problematisch wird es dann, wenn – wie im vorliegenden Test des VKI – trotz ärztlicher Verordnung einer medizinisch anerkannten Behandlung vom Physiotherapeuten eine – wenn auch erlaubte – sogenannte alternative Heilmethode angewandt wird, deren Wirksamkeit aber nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist. Einerseits wird der Patient damit um seine ärztlich verordnete Behandlung gebracht, andererseits muss er diese auch noch selbst bezahlen. Natürlich steht es jedem Versicherten frei, auch eine ärztlich nicht verordnete Alternativmethode zu wählen, die Kosten dafür sind dann allerdings aus der eigenen Tasche zu bezahlen, da der wissenschaftliche Nachweis als Krankenbehandlung nicht erbracht ist. Wird vom Therapeuten aber auf der Rechnung die nicht erbrachte Leistung ausgewiesen, um Patienten doch eine Kostenerstattung durch die soziale Krankenversicherung zu ermöglichen, ist der Bereich der Kriminalität betreten. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass solche Vorgehensweisen – etwa auch eine Verkürzung der verordneten Leistungsdauer – zulasten des Patienten und der Solidargemeinschaft der Beitragszahler die absolute Ausnahme darstellen. Das Ergebnis des Tests des VKI deutet jedoch darauf hin, dass wir das Ausmaß derartiger Praktiken unterschätzt haben. Wir werden natürlich Konsequenzen aus den Untersuchungsergebnissen ziehen und künftig stichprobenartige Kontrollen – etwa Patientenbefragungen – vermehrt unter Berücksichtigung der vorliegenden Tests durchführen. Es ist uns natürlich bewusst, dass von solchen Maßnahmen in erster Linie unsere Versicherten betroffen sind. Da jedoch die zielgerichtete Verwendung unserer finanziellen Mittel sowie eine effiziente Betrugsbekämpfung besonders auch in deren eigenem Interesse liegen – im Übrigen auch im Interesse unserer Leistungsanbieter –, gehen wir von Kooperationsbereitschaft und Verständnis von dieser Seite aus.

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