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Foto: Physio Austria
Silvia Mériaux-Kratochvila, MEd Präsidentin Physio Austria, Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Österreichs
 
Standpunkte 6. März 2012

Transparenz durch Prozess

In der Physiotherapie gelten hohe Standards für die Dienstleistungserbringung und es wird kontinuierlich an der Qualitätsverbesserung gearbeitet. Das VKI-Testergebnis weist Fehlinterpretationen auf und lässt keinesfalls einen generellen Schluss auf die Qualität der physiotherapeutischen Dienstleistungen oder den Berufsstand der österreichischen Physiotherapeuten zu. Als Berufsverband sind uns Transparenz und Rechtskonformität zentrale Handlungsmaximen und wir distanzieren uns deutlich von inkorrekten Vorgehensweisen. Für den Berufsstand und die Berufsethik ist es zentral, klare formale Abläufe gewährleisten zu können. Im Rahmen einer Krankenbehandlung braucht der Physiotherapeut zur Behandlung eine ärztliche Verordnung, die den äußeren Rahmen angibt. Diese bildet die Grundlage für den physiotherapeutischen Prozess und beginnt mit der Befundaufnahme als zentralem Bestandteil der Physiotherapie, der ausreichend Zeit erfordert und der Therapiezeit zuzurechnen ist. Es liegt in der eigenverantwortlichen Entscheidung des Physiotherapeuten, auf Grundlage der Verordnung die für den Patienten geeigneten Maßnahmen auszuwählen und anzuwenden. Sind spezifische Behandlungsverfahren verordnet, so sind diese durchzuführen. Stellt der Physiotherapeut im Rahmen der Befunderhebung jedoch fest, dass die verordnete Behandlung kontraindiziert ist oder er nicht über die Möglichkeit der Durchführung verfügt, ist mit dem Arzt Rücksprache zu halten. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang, die Position „Physiotherapie“ in die Leistungskataloge und Satzungen der Krankenkassen zu implementieren und damit Unklarheiten, wie sie durch veraltete Begrifflichkeiten wie „Einzelheilgymnastik“ entstehen, auch zu vermeiden. Nach einer Behandlungsserie werden vom Physiotherapeuten Honorarnoten über die geleistete Therapie ausgestellt. Diese beinhalten die erbrachte Leistung und stehen im Einklang mit der verordneten Therapie. Das Erfordernis einer ärztlichen Verordnung ist auch für Krankenbehandlungen mit komplementären Behandlungsmethoden gegeben.

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