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Ursula Frohner Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands
 
Standpunkte 28. Februar 2012

Teamarbeit ist angesagt

In der aktuellen Diskussion geht es um ein altbekanntes Thema: Zu viele Routinetätigkeiten wie Blutabnahme, Injektionen und Infusionen verabreichen oder Schreibarbeiten würden Jungärzte von ihrer Ausbildung abhalten. Der ebenso altbekannte Lösungsvorschlag, diese ungeliebten Aufgaben an das diplomierte Pflegepersonal zu delegieren, geht am eigentlichen Problem vorbei.

Die Ausbildung der Turnusärzte weist insbesondere im praktischen Bereich Mängel auf. Bundesweit einheitliche Ausbildungskataloge wie etwa das im Wiener Krankenanstaltenverbund eingesetzte Logbuch könnten Abhilfe schaffen. Außerdem sollten abteilungsinterne Informationen, die alle Gesundheitsberufe betreffen – etwa Hygiene oder Patientensicherheit –, auch gemeinsam vermittelt werden.

Denn auch am Sektor des qualifizierten Pflegepersonals, welches für die Übernahme der ärztlichen Basistätigkeiten ausgebildet und gesetzlich befugt ist, wird die Personaldecke zunehmend dünner und die Zeit für Pflegetätigkeiten knapper. Die primäre Aufgabe der diplomierten Pflegefachkräfte, Patienten mit ihren krankheitsbedingten Defiziten zu pflegen, pflegende Angehörige zu beraten, Wundpflege und Verbandwechsel bleiben zunehmend auf der Strecke.

Wenn der Patient tatsächlich im Handlungsmittelpunkt von Pflege und Medizin steht, ist Teamarbeit angesagt. Beide Berufsgruppen sind von tatsächlich berufsfremden Tätigkeiten wie Administration, Lagerhaltung oder Servicetätigkeiten zu befreien. Entsprechendes Personal ist umgehend von den Trägerorganisationen einzufordern. An der Universitätsklinik Innsbruck und dem Salzburger Universitätsklinikum beginnt man im Rahmen von Projekten, Servicepersonal für hauswirtschaftliche Tätigkeiten und Schreibkräfte einzusetzen.

Dies wäre ein erster Schritt in Richtung kompetenzorientierter Personaleinsatz, dem viele andere folgen sollten. Diese Umgestaltungen der Aufgaben in den Krankenhäusern müssen rasch in den Regelbetrieb übernommen werden.

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