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Prof. Dr. Martin Tiefenthaler Vorsitzender des Betriebsrats des wissenschaftlichen Personals an der Meduni Innsbruck
 
Standpunkte 22. Februar 2012

Verhandlungen notwendig

Wir freuen uns, dass es zwischen Ministerium und Rektorat zu einer Einigung gekommen ist. Grundlage für das positive Ergebnis bildete der Beschluss von Universitätsrat, Rektorat und Betriebsräten, bis zum Jahresende auf Kündigungen zu verzichten. Der Beschluss fand bei der Belegschaft große Unterstützung und wurde von beiden Betriebsversammlungen ratifiziert. Bei aller Freude darf aber nicht vergessen werden, dass die Einigung nur eine Zwischenlösung darstellt. Die grundlegende Problematik des klinischen Mehraufwandes, seiner Höhe und seiner Zweckwidmung bleibt aufrecht und das Verhandlungsszenario zwischen Bund und Land weiter aufgespannt. Die Forderung des Rektors, dass über das gesetzliche Maß von 70 Prozent hinaus zur Verfügung gestellte ärztliche Dienstleistungen von der Krankenanstalt abgegolten werden müssen, kann nur unterstrichen werden, immerhin arbeiten die MUI-Ärzte zu 85 Prozent am Krankenbett. Mit der zugesagten Finanzspritze werden drei Viertel des Defizits 2012 abgedeckt, bleibt eine Finanzierungslücke von 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Der Betriebsrat meint, diese Lücke durch eine sparsame Personalpolitik in der Verwaltung auch ohne Personalabbau schließen zu können. Dazu braucht er aber die Unterstützung des Rektorats und des Universitätsrats. Wir haben ein Konzept mit einem Einsparungspotenzial von 1,5 Millionen Euro vorgeschlagen. Es sieht unter anderem vor, offene Positionen durch interne Versetzungen oder – falls für den Betrieb nicht unbedingt erforderlich – gar nicht nachzubesetzen. Außerdem schlagen wir eine sparsame Variante der Besiedelung des neuen Biozentrums vor, die keine Vielzahl an Neueinstellungen erfordert. Ein sofortiger Vollausbau ist aus finanziellen Gründen nicht möglich. Weitere Einsparungspotenziale sehen wir bei den Prämienzahlungen. Wir haben Verhandlungen mit der Vizerektorin für Personal aufgenommen und hoffen auf eine baldige Einigung. Sie ist Voraussetzung für eine nachhaltige Lösung, die ohne Kündigungen auskommen kann.

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