zur Navigation zum Inhalt
Foto: SPÖ Tirol
Gabi Schiessling Vizepräsidentin des Tiroler Landtags, Gesundheitssprecherin der SPÖ
 
Standpunkte 22. Februar 2012

Symptombekämpfung geglückt, und jetzt?

Eine Lösung ist wichtig, um die unmittelbare Krisensituation abzuwenden. Die Ärzte waren durch die Kündigungsdrohungen verunsichert und die Patienten waren es, weil etwa Wochenend- und Nachtdienste in Frage gestellt wurden. Wenn sich die Situation jetzt einmal beruhigt, ist das für alle Beteiligten nur gut. Insgesamt bleibt die Situation der MUI aber prekär. Jetzt muss dringend eine Gesamtlösung auf den Tisch. Eine solche ist nur möglich, wenn alle Beteiligten und Betroffenen eingebunden werden, neben Ministerium, Universitätsrat, Rektorat und Belegschaft auch das Land. Es muss endlich ein Vertrag auf Papier gebracht werden, der nicht nur Symptome, sondern die Ursachen der Misere erfolgreich bekämpft. Eine wesentliche Forderung ist die Reintegration der MUI in die Uni Innsbruck. Darüber herrscht in Tirol politische Übereinstimmung, die Umsetzung obliegt aber dem Ministerium. Ich habe schon damals bei der Abtrennung gesagt, das sei ein großer Fehler. Meine Befürchtungen haben sich leider bestätigt. Es wurde enorm viel Geld in die Verwaltung gesteckt und der Personalstand aufgebläht. Eine neuerliche Fusion der beiden Universitäten ist aber nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen, sondern auch zur Stärkung des Forschungsstandortes Innsbruck ein Gebot der Stunde. Und sie muss sehr schnell kommen. Je länger man zuwartet, umso schwieriger und kostenintensiver wird es. Ich wünsche mir auch eine Finanzaufsicht der MUI durch das Ministerium. Entgegen der Meinung des Ministers ist das rechtlich durchaus möglich. Ich erwarte mir dadurch mehr Professionalität und Ernsthaftigkeit in der Finanzgebarung. Wenn das Management nicht funktioniert, dann muss die nächsthöhere Instanz eingreifen. Und wir brauchen endlich eine verbindliche Regelung zwischen Bund und Land bezüglich der Abgeltung des klinischen Mehraufwandes. Dazu gibt es Verfassungsgerichtsurteile gegen den Bund einerseits und Forderungen der Universität an das Land andererseits. Das müssen wir gemeinsam lösen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben