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Prof. Dr. Gernot Brunner Ärztlicher Direktor des LKH Graz
 
Standpunkte 6. Dezember 2011

Vorteile durch Kooperationen

Die von Dr. Steiner geäußerten Befürchtungen hinsichtlich der Entwicklung der In-vitro-Fertilisierung in der Steiermark können wir in keiner Weise nachvollziehen. Es handelt sich dabei ganz offensichtlich um eine Einzelmeinung, da wir von allen anderen Seiten bisher durchaus positive Reaktionen erhalten haben. Die Fakten sind: In Österreich werden heute schon drei Viertel aller In-vitro-Fertilisierungen in privaten Einrichtungen durchgeführt, nur ein Viertel in öffentlichen (z. B. Universitätskliniken). Es wird niemals möglich sein, alle IVFs im öffentlichen Bereich durchzuführen.

Es gibt heute schon funktionierende heimische Kooperationsmodelle zwischen öffentlichen und privaten Institutionen im IVF-Bereich, zum Beispiel zwischen der MedUni Wien und dem Fertilitätszentrum Döbling. Auch in Deutschland haben sich ähnliche Kooperationen gut etabliert. Dabei hat sich gezeigt, dass eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Klinik und niedergelassenem Bereich prinzipiell Vorteile für beide Seiten bringen kann. Daher prüfen derzeit KAGes und MedUni Graz die Sinnhaftigkeit einer solchen Kooperation. Momentan werden in einer Arbeitsgruppe alle Pro- und Contra-Argumente gesammelt, um anschließend bewertet zu werden. Definitive Schlussfolgerungen oder endgültige Beschlüsse dazu gibt es noch nicht.

Wie am Ende das Ergebnis auch immer aussehen wird, für Frauen, die sich mit ihrem Wunsch an die Universitätsklinik Graz wenden, wird sich nichts ändern. Denn eine Voraussetzung für mögliche Kooperationen ist, dass der freie Zugang für die Patientinnen aufrecht bleibt, ebenso die Abrechnung über den IVF-Fonds. Ein Wort noch zu den von Dr. Steiner formulierten Bedenken, Kooperationen würden Forschung und Lehre gefährden. Das ist nicht der Fall. Sollte es zu Kooperationen kommen, dann sind sowohl Qualitätssicherung auf höchstem Niveau als auch eine aktive Forschung und Lehre gewährleistet. Ohne diese Gewährleistung würden wir ein entsprechendes Projekt keinesfalls umsetzen.

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