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Foto: MedUni, Wien
Prof. Dr. Wolfgang Schütz Rektor der Medizinischen Universität Wien
 
Standpunkte 22. November 2011

Personalkosten gestiegen

Sämtliche Ärzte im AKH Wien sind an der MedUni beschäftigt und werden von dieser bezahlt. Das gilt natürlich auch für Nacht- und Wochenenddienste. Der Bund finanziert die Universitäten für die Erbringung von Forschungs- und Lehrleistungen, an medizinischen Universitäten auch für die Erbringung von klinischer Forschung und Lehre. Neben Forschung und Lehre hat eine Medizinische Universität zusätzlich die Aufgabe der Patientenversorgung.

Die Ärzte am AKH sind allerdings bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit ausschließlich mit Krankenversorgung beschäftigt – ohne Rückwirkung auf Forschung und Lehre. Daher wendet die MedUni Wien bereits die Hälfte ihres vom Bund zur Verfügung gestellten Budgets für die reine Krankenversorgung auf, für die eigentlich die niedergelassene Ärzteschaft in der ambulanten Behandlung bzw. die Stadt Wien mit der stationären Behandlung zuständig sind. Die MedUni Wien hat auf diese Weise leider jeden Spielraum für Weiterentwicklungen in Forschung und Lehre verloren, da die Personalkosten zuletzt überproportional und in teilweise unvorhergesehenem Maß gestiegen sind.

Das passierte aber auch deshalb, weil der Bund einen ganz wesentlichen Punkt in der laufenden Leistungsvereinbarung bis jetzt nicht in Angriff genommen hat: Nämlich das gemeinsame Bemühen mit der MedUni Wien, gegenüber dem Krankenanstaltenträger eine dem Universitätsbetrieb angemessene Leistungs- und Kapazitätsplanung am AKH zu erreichen. Es gibt nur geringe Hoffnung, dass sich die zum derzeitigen Zeitpunkt unabdingbaren Einschränkungen der Journaldienste doch noch abwenden lassen. Falls dies nicht gelingt, muss die Medizinische Universität Wien den ärztlichen Personalstand ab 1. Jänner 2012 um etwa fünf Prozent und die Nacht- und Wochenenddienste um 14 Prozent reduzieren.

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