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Prof. Dr. Thomas Szekeres Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der Meduni Wien, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer
 
Standpunkte 22. November 2011

Kahlschlag am Wiener AKH

Am Wiener AKH teilen sich die Gemeinde Wien und der Bund die Kosten. Sämtliche Ärzte werden durch die Medizinische Universität Wien bundesfinanziert. Nun gibt es seit Jahren Sparbudgets und für die Periode ab 2013 sollen der Universität nicht einmal die Inflationserhöhung oder gesetzlich vorgeschriebene Gehaltserhöhungen abgegolten werden. Bereits heuer fehlen im Budget neun Millionen Euro, nächstes Jahr weitere neun Millionen und ab 2013 dann jährlich 30 Millionen.

Nachdem rund 85 Prozent des Budgets der MedUni Personalkosten ausmachen, hat der Rektor massive Personalreduktionen angeordnet. Er hat einen absoluten Aufnahmestopp verfügt und die Reduktion der Nachtdiensträder um 24 Diensträder angeordnet. Es wurde ursprünglich für das AKH ein Bedarf von 230 Diensträdern berechnet, diese wurden im Lauf der vergangenen Jahre bereits auf 172 reduziert und sollen mit 1. Jänner 2012 weiter auf 148 gekürzt werden.

Der Rektor hat die Klinik in Cluster eingeteilt und Verantwortliche ernannt, die aufgefordert wurden, konkrete Einsparungsvorschläge zu machen. Die Clusterverantwortlichen bzw. Organisationseinheitsleiter und Abteilungsvorstände sehen sich aber mehrheitlich außerstande festzulegen, welche Diensträder ohne potenzielle Einlassungsfährlässigkeit und weitreichende Konsequenzen für die Patienten eingespart werden könnten. Es ist daher zu erwarten, dass das Rektorat die Reduktionen bestimmt.

Die Direktion des AKH bzw. die Gemeinde Wien ist entschieden gegen eine Reduktion der Nachtdiensträder. Jedenfalls werden die Maßnahmen des Rektors zu signifikanten Leistungsreduktionen führen. Die OP-Kapazität wird um ein Drittel sinken und Unfall- wie Notfallambulanz werden in ihrer Funktionsfähigkeit massiv eingeschränkt.

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