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Prof. Dr. Jasminka Godnic-Cvar Leiterin des Instituts für Arbeitsmedizin der MedUni Wien
 
Standpunkte 31. Oktober 2011

Prävention und Frühintervention

Engagierte, leistungsfähige Mitarbeiter sind die Basis jedes erfolgreichen Unternehmens. Umgekehrt hat eine befriedigende Arbeit gesundheitsfördernde Wirkung. Arbeit beinhaltet vielfältige salutogenetische Aspekte wie Selbstverwirklichung, soziale Kontakte, Selbstwert und eine Sicherung der Tagesstruktur. Auf der anderen Seite reduzieren arbeitsassoziierte Anforderungen in Verbindung mit privaten und sozialen Belastungen psychische wie physische Ressourcen und erschweren die „Work-Domain-Balance“.

Depressionen sowie stressbedingte Erkrankungen haben weitreichende Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Betroffenen. Eine häufige psychische Folge arbeitsplatzbezogenen Stresses und beruflicher Verausgabung ist das Burnout-Syndrom. Individuelle und gesellschaftliche Auswirkungen reichen von chronischen physischen Erkrankungen über Ausfalltage bis zur Frühberentung. Vor dem Hintergrund der hohen Zahl an Frühpensionen aufgrund psychischer Erkrankungen rückt die Entwicklung nachhaltiger Maßnahmen zur Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen immer mehr in den Fokus arbeitsmedizinischer Forschung.

Die primäre Rolle der Gesellschaft, der Arbeitgeber und Arbeitsmediziner ist, die Organisation und Kommunikation in der Arbeitswelt so zu ändern, dass psychische Belastungen und Beeinträchtigungen der Arbeitnehmer vermindert werden und psychische Erkrankungen nicht so exponentiell steigen. Darüber hinaus scheint der Aufbau eines Netzwerkes an ambulanten und stationären Angeboten aus arbeitsmedizinischer und klinisch-psychologischer Sicht von großer Bedeutung, um eine effiziente Frühintervention zu gewährleisten. Eine enge Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten, arbeitsmedizinischen Beratungsstellen, Klinischen Psychologen und der Ausbau spezialisierter Rehabilitationszentren für psychisch Kranke könnten zusätzlich zu effizienten Verhältnismaßnahmen am Arbeitsplatz der Zunahme an Frühpensionierungen entgegensteuern.

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