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Mag. Karin Kadenbach SPÖ-Europaabgeordnete, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit
 
Standpunkte 25. Oktober 2011

Einsatz mit Köpfchen

Antibiotika werden schon seit Jahrzehnten zur Behandlung von Infektionskrankheiten und Infektionen eingesetzt. Mit diesem Einsatz geht jedoch auch eine zunehmende Resistenz gegen eines oder mehrere dieser Mittel einher. Die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel stellt eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung dar. Sie kann eine längere Erkrankungsdauer für Patienten zur Folge haben, führt zu höheren Gesundheitskosten und hat somit spürbare gesundheitliche und wirtschaftliche Auswirkungen.

Der Ausschuss für Volksgesundheit des Europäischen Parlaments hat daher einen Entschließungsantrag zum Thema „Antimikrobielle Resistenz als Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ ausgearbeitet, der mit breiter Mehrheit vom Plenum des Europäischen Parlaments angenommen worden ist. Vielfach benötigen wir zukünftig eine bessere Aufklärung bei Patienten, teilweise aber auch bei Ärzten. Eine Studie der EU zeigt, dass 53 Prozent der Europäer nach wie vor davon überzeugt sind, dass Antibiotika Viren töten, und 47 Prozent glauben, dass Antibiotika gegen Erkältung und Grippe wirken.

Eine wichtige Ursache für die zunehmende Resistenz ist noch immer die zum Teil unkritische Verschreibung von Antibiotika durch medizinisches Personal. Ein gedankenloser Einsatz von Antibiotika aber schädigt die Gesundheit und belastet die Krankenkassen unnötig.

Folgende vier Schwerpunkte sind nun so rasch als möglich zu verfolgen: Erstens eine umsichtige Verwendung von Antiobiotika in der Human- und Tiermedizin ausschließlich in den Fällen, in denen diese Wirkstoffe zur eigentlichen Behandlung einer Krankheit wirklich erforderlich sind. Zweitens eine Überwachung und Kontrolle der Resistenz gegen antimikrobielle Wirkstoffe. Drittens die notwendige Entwicklung neuer antimikrobieller Wirkstoffe und Alternativen dazu.
Viertens eine genaue Untersuchung des Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren – insbesondere hinsichtlich der Auswirkung auf die Lebensmittelproduktion. Alle Fakten liegen am Tisch, nun geht es um die konsequente Umsetzung.

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