zur Navigation zum Inhalt
Foto: Dorfstetter
Dr. Heinz Hollaus Direktor-Stellvertreter der Tiroler Gebietskrankenkasse
 
Standpunkte 11. Oktober 2011

Es wurden keine sensiblen Gesundheitsdaten der Patienten entwendet.

Die Aktivistengruppe Anonymous hat behauptet, dass sie im Besitz von 600.000 Datensätzen der Tiroler Gebietskrankenkasse ist. Als angeblichen „Beweis“ für diese Behauptung hat sie einige Namen von prominenten Tirolern geliefert, von denen aktuell allerdings einige gar nicht bei der Kasse versichert sind.

Nach umfassenden und strengen Prüfungen – auch durch externe, unabhängige Sachverständige – kann festgestellt werden, dass die Systeme der Tiroler Gebietskrankenkasse, in denen diese sensiblen Daten abgespeichert sind, nicht gehackt worden sind. Es wurden definitiv keine Gesundheitsdaten aus dem System entwendet.

Nach Bekanntwerden des angeblichen „Datenklaus“ wurde österreichweit in der Sozialversicherung sofort ein Krisenstab eingerichtet. Eine Überprüfung sämtlicher Schutzsysteme der Sozialversicherung ist postwendend erfolgt. Das Ergebnis dieser Kontrolle zeigt keinerlei Auffälligkeiten. Alle Systeme sind nach den neuesten Sicherheitsstandards geschützt.

Da seitens der Aktivistengruppe keine detaillierten Angaben über die geklauten Datensätze gemacht wurden und daher auch keine abgesicherten Informationen darüber vorliegen, ist es für die Tiroler Gebietskrankenkasse nicht restlos nachvollziehbar, woher diese stammen. Von der Hackergruppe wird behauptet, dass sie im Besitz von Namen, Versicherungsnummern und Adressen seien und dass sie über diese Daten im Internet „gestolpert“ wären.

Will man den aktuellen Vorfällen etwas Positives abgewinnen, so ist festzustellen, dass die Datenhaltungssysteme, Datentransfers und die entsprechenden Sicherheitssysteme nochmals geprüft und weiter optimiert werden. Die verstärkte Sensibilisierung öffentlicher Institutionen – wie der österreichischen Sozialversicherung – in Fragen der Datensicherheit kann, so eigenwillig das hier wirken mag, auch als Chance gesehen werden, weiter an der Optimierung und Realisierung des Datenschutzes zu arbeiten.

Zielsystem ist für die österreichische Sozialversicherung daher das Hochsicherheitssystem der e-card, an dem derzeit Ärzte und einige wenige Krankenhäuser angeschlossen sind. Dieses e-card-System ist seit 2004 im Einsatz. Über das System werden jedes Jahr mehr als 100 Millionen Abfragen getätigt, bisher ohne jedes Sicherheitsproblem. Die Umsetzung im Bereich aller Gesundheitsdienstleister muss zukünftig rascher und noch konsequenter vorangetrieben werden. Dazu wird es in absehbarer Zeit eine neue Offensive geben.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben