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Foto: Privat
Doz. Dr. Bernhard Angermayr Facharzt für Innere Medizin, Verantwortlicher für die Fachärzteausbildung der ÖGIM
 
Standpunkte 30. September 2011

Mehr Flexibilität, mehr evidenzbasierte Lehre, mehr Zeit

Die Abteilungen für Innere Medizin in Österreich erfüllen eine Vielzahl an Aufgaben und haben teils völlig unterschiedliche Versorgungsaufträge und Schwerpunkte. Somit ist die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin stark von regionalen Faktoren abhängig, wobei die Abteilungscharakteristika überhaupt keinen Rückschluss auf die Qualität der Ausbildung zulassen. Diese spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Zufriedenheit der Kollegen mit ihrer Ausbildungssituation wider, die nicht mit den oben genannten Gegebenheiten korreliert. Wichtig erscheint vielmehr, dass die Ausbildung durch kompetente Verantwortliche erfolgt und dafür genügend Zeit im Arbeitsalltag zur Verfügung steht, um sich den Patienten und ihren Erkrankungen widmen zu können. Weiters ist auch von Relevanz, dass entsprechende zeitliche und finanzielle Ressourcen zur Fortbildung bereitgestellt werden.

Für die Zukunft ist es absolut wünschenswert, dass die Ausbildung und der Beruf des Internisten attraktiv bleiben, zum Beispiel durch flexible und moderne Arbeitszeitmodelle, durch mehr Flexibilität bezüglich der Ausbildungsorte – zum Beispiel durch Rotation zwischen einzelnen Abteilungen und Spitälern – und durch mehr Möglichkeiten, sich theoretisch mit dem rasant wachsenden Wissen in der Inneren Medizin auseinanderzusetzen.

Durch die Organisation der Vorbereitungskurse zur Facharztprüfung habe ich jedoch auch derzeit den Eindruck, dass die Kollegen am Ende ihrer Ausbildung ein hohes Niveau an Fachwissen und Erfahrung erreicht haben, unter anderem durch großes persönliches Engagement und Interesse an kontinuierlicher Fort- und Weiterbildung. Diese Eigeninitiative wird selbst bei verbesserten Rahmenbedingungen auch in Zukunft eine Grundvoraussetzung bleiben, um kompetente Internisten ausbilden zu können.

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