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Foto: Privat
Dr. Lothar Fiedler Facharzt für Innere Medizin, Obmann der Bundesfachgruppe Innere Medizin der Österreichischen Ärztekammer.
 
Standpunkte 30. September 2011

Kürzere Ausbildung, dafür intensivere Betreuung

Verbesserungspotenzial bei der Facharztausbildung sehe ich einerseits in einer zeitlichen Straffung und andererseits in einer intensiveren longitudinalen Betreuung.

Wenn Jungärzte heute nach der Facharztausbildung noch ein Zusatzfach machen wollen – und dann auch noch auf einen entsprechenden Ausbildungsplatz warten müssen –,dann kann das sehr, sehr lange dauern. Daher unterstütze ich das von der ÖGIM vorgeschlagene Modulsystem. Dabei müssen alle eine dreijährige allgemeine interne Ausbildung machen, die in der Regel auch in kleineren, peripheren Kliniken absolviert werden kann. Danach wird eine Ausbildung zum allgemeinen Internisten über weitere drei Jahre angeschlossen oder unmittelbar mit einer Zusatzausbildung begonnen – interessant vor allem für jene, die bereits genau wissen, in welche Richtung sie sich spezialisieren wollen. Allerdings, und darin liegt eine unbedingte Einschränkung, nur wer eine vollständige sechsjährige Ausbildung zum allgemeinen Internisten absolviert hat, soll auch eine Kassenpraxis eröffnen oder in leitender Funktion im Krankenhaus tätig sein können. Fachärzte, die nach drei Jahren die Ausbildung in einem Spezialfach angeschlossen haben, müssten noch die fehlenden Jahre der allgemeinen Internistenausbildung nachmachen.

Genauso wichtig wie der zeitliche Aspekt sind auch Verbesserungen in der Betreuung während der Ausbildung. Vor allem die Kommunikation muss intensiviert werden. Sinnvoll wären etwa wiederkehrende Karrieregespräche zwischen Facharzt und Auszubildenden. Es ist wichtig zu erfahren: Wo stehe ich, woran muss ich noch arbeiten, wo liegen meine Stärken und Schwächen? Zudem würden mehr Rotationen innerhalb einer Abteilung, zwischen den internen Abteilungen eines Krankenhauses oder auch zwischen mehreren Kliniken die Qualität in der Ausbildung verbessern.

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