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Foto: Markus Prantl
Dr. Judith Glatzer Präsidentin der Gesellschaft der Schulärzte
 
Standpunkte 13. September 2011

Niederschwelliger Zugang muss ausgebaut werden

Der gesellschaftliche Wandel hat auch das Bild der Schulärzte verändert. Die Herausforderungen liegen längst nicht mehr im Bereich der klassischen Infektionskrankheiten, sondern zunehmend im psychosozialen Bereich. Die Folgen der zunehmenden psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führen beispielsweise den Abfall der Lernleistung oder überhaupt den Abgang von der Schule herbei. Hier müssen wir früh therapeutische Möglichkeit anbieten. Darüber hinaus fungieren wir als Gesundheitsmanager und beraten beispielsweise auch Lehrer und Direktoren bei der Auswahl der vielen Gesundheitsangebote, die ihnen laufend angeboten werden.

Im Bundesschulbereich haben wir durch geregelte Arbeitsverträge mit fixen Sprechstunden sehr gute Chancen, den Schülern einen niederschwelligen Zugang bieten können, ohne Eltern, ohne e-card oder Anmeldung. Leider ist die Situation in den Pflichtschulen nicht so. Gerade hier könnten Schüler sehr früh mit ihren Problemen wahrgenommen werden und dann in die passenden Behandlungspfade weitergeleitet werden.

Das Thema „Impfen“ fällt auch in den Bereich der Schulärzte. Hier leisten wir Aufklärung im Sinne der Volksgesundheit. Was mir hier aber dringend fehlt, ist ein passendes Setting, in dem wir regelkonform aufklären können. Da muss es einheitliche, österreichweite Rahmenbedingungen geben, in denen sich alle Schulärzte bewegen können und sollen. Als Lösung insgesamt wünsche ich mir einen niederschwelligen Zugang in den Pflichtschulen. Parallel dazu ist es notwendig, die EDV-Aufzeichnungen zu standardisieren und durchzuführen.

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