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Dr. Eva Untersmayr-Elsenhuber, Leiterin der Arbeitsgruppe für Gastrointestinale Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien
 
Standpunkte 24. August 2011

Sicherheit und Wirksamkeit abklären

Die Frage nach der Wirksamkeit ist nicht einfach zu beantworten, wie das Beispiel von Pro- und Prebiotika zeigt. Probiotika sollen die Immunantwort verändern und zu einer verbesserten Abwehrsituation bei viralen Gastroenteritiden führen. Eine Reihe von Studien kann das nicht ausreichend belegen. Prebiotika sollen die selektive Verfügbarkeit von günstigen Bakterienstämmen steigern. Experten gehen jedoch von Effekten aus, die von der individuellen Darmflora abhängig sind, auf die die Prebiotika abgestimmt werden müssten.

Die Sicherheit ist nur dann gegeben, wenn die Dosierung auch auf die Anforderungen des Verbrauchers abgestimmt ist, ein unkontrollierter Genuss von Functional Food kann daher auch zu unerwünschten Wirkungen führen.

Aus immunologischer Sicht brauchen wir eine klare Bestandsaufnahme des tatsächlichen Bedarfs, der laufend evaluiert werden muss. Die Wirksamkeit soll durch klinische Studien belegt werden und strenge Regulatorien müssen die Sicherheit für den Verbraucher gewährleisten. Während Arzneimittel erst in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn ihre Qualität und Wirksamkeit als unbedenklich erwiesen sind, gilt das für Lebensmittel – auch für jene mit Zusatzstoffen – keineswegs!

Von Mag. R. Haiden, Ärzte Woche 34/2011

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