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Foto: KAGes
Dr. Werner Leodolter Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.
 
Standpunkte 5. Juli 2011

Spezialisierung nur in Maßen

Die Analyse in den Kapiteln 1, 2 und 3A und 3B deckt sich weitgehend mit den Analysen seitens der KAGes. Auch in der Einschätzung der Effizienzpotenziale und Lösungsansätze gibt es durchaus ähnliche Ansätze. Der Regel „gleiche Vergütung für gleiche Leistung“ ist ebenso zuzustimmen, allerdings sind Bereitstellungsleistungen wie 7 x 24 Stunden Aufnahmebereitschaft und Notversorgungsfunktion sowie die letzte Versorgungsstufe in der jeweiligen Versorgungskette mit der damit verbundenen Notwendigkeit, alle Fälle in der jeweiligen Versorgungsstufe aufzunehmen, entsprechend zu bezahlen. Dies ist auch bei dem Vergleich von Qualitätsindikatoren zu berücksichtigen. Die Spezialisierung kleinerer Spitäler in, aber auch außerhalb der Ballungszentren ist nur bis zu einem gewissen Maß sinnvoll. Keinesfalls darf dabei die Workload der Einheiten der Grundversorgung gefährdet werden, da sonst die Gefahr eines langfristigen Qualifikationsverlustes gegeben ist. Zweifellos können Spezialisierungen im Großen durchaus sinnvoll sein, solange im unfallchirurgischen Bereich noch ausreichende Fallzahlen der unfallbedingten Prothetik/Endoprothetik gegeben sind. Ich stimme mit den Autoren des Memorandums überein, dass die Telemedizin eine gute Möglichkeit ist, auch in einem kleinen Spital höchste Diagnosequalität sicherzustellen. Allerdings muss dies von der Ärzteschaft auch akzeptiert werden. Natürlich ist Patientenzufriedenheit auch ein Kriterium zur Beurteilung von Krankenhäusern. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Häuser mit geringem oder keinem Notfallgeschehen wesentlich geplanter und ruhiger arbeiten können als Häuser mit einem signifikanten Anteil an ungeplantem Notfallgeschehen. Mit einem Gesamtkostendämpfungsvolumen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 ist mit der Spitalsreform ein „großer Wurf“ gelungen, der uns auch den notwendigen finanziellen Spielraum für Zukunftsprojekte gibt. Wir haben unser Programm allen politischen Entscheidungsträgern in dieser Frage übermittelt und erwarten, dass unsere Gedanken in die politischen Konzepte einfließen werden.

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