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Foto: Vinzenz Gruppe
Dr. Michael Heinisch Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe
 
Standpunkte 27. Juni 2011

Partnerschaften für medizinische Leistungsbereiche

Kranke haben andere Werthaltungen und Bedürfnisse als Gesunde. Vor diesem Hintergrund muss in den laufenden Reformdebatten über das Gesundheitswesen der Patient mit seinen Bedürfnissen nach Zuwendung im Mittelpunkt stehen. Andererseits müssen wir auch eine Debatte über den effizienten Mitteleinsatz führen. Es geht darum, Doppelgleisigkeiten und Reibungsverluste zu verhindern. Wir müssen alles daran setzen, nicht-wertschöpfende Prozesse zu eliminieren und das freigesetzte Geld dort zu investieren, wo es menschliche Werte für den Menschen schafft.

Ein wichtiges Instrument dafür sind qualitäts- und kostenorientierte Managementmethoden, die auf Kooperationen zur Nutzung von Synergien setzen. So haben etwa die fünf Wiener Krankenhäuser der Vinzenz Gruppe nur mehr ein gemeinsames Labor, die Sterilisation ist zentralisiert, die Apotheken an einem Standort zusammengeführt und die Radiologieleistung gebündelt. In Oberösterreich arbeiten die Krankenhäuser Barmherzige Schwestern und Barmherzige Brüder Linz seit über zehn Jahren im Rahmen einer Spitalspartnerschaft zusammen.

Dazu wurden ein Leistungsabgleich zwischen zwei Akut-Einrichtungen vollzogen und medizinische Bereiche wie Labor und Akutaufnahme zusammengeführt. Diese Strukturoptimierung schafft massive Qualitätsschübe und bringt Einsparungen von jährlich fünf Millionen Euro. Die Liste von Einsparungen ist lang – sowohl, was die Zusammenarbeit unter den Trägern betrifft, als auch zwischen den einzelnen Spitälern: Kooperation bei Großgeräten, besseres Schnittstellenmanagement zur Reduktion von Fehlzuweisungen, weniger doppelte Untersuchungen oder die Zusammenarbeit zur besseren Auslastungsverteilung.

Wenn die Diskussion über die Finanzierbarkeit auf die Stärkung von Kooperationen fokussiert wird, könnten viele Budgetprobleme rasch gelöst werden. Diese sind aber nur sinnvoll, wenn sie die Leistung für Patienten nicht verschlechtern, sondern verbessern.

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