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Wolfgang Sageder Stadtrat für Mobilität in Gmunden, Mitinitiator der Aktion „Rettet das Gmundner Krankenhaus“
 
Standpunkte 15. Juni 2011

Zurück an den Start anstatt mühsam herumbasteln

Ich befürworte sparsames, wirtschaftliches Denken und Handeln auch im Spitalswesen. Das ist nicht nur eine Frage der Rücknahme des Angebots, sondern auch und vor allem eine der Neuordnung der Spitalsfinanzierung. Der Gesundheitsbereich muss besondere Spielregeln haben, die über das Diktat des Rechenstifts hinausgehen: Menschlichkeit, Sicherheit, Qualität, ökologische Verträglichkeit. Diese Regeln werden durch die anstehende „Reform“, die diesen positiv besetzten Begriff beleidigt, nicht erfüllt. Hilfe suchende Menschen und hoch engagiertes Personal werden herumgeschoben wie Schachfiguren.

Die 30-Minuten-Versorgungsgrenze laut ÖSG ist bei einer Verlagerung der Unfallchirurgie von Gmunden nach Vöcklabruck nur mehr bei Schönwetter und Schwachverkehr erreichbar, zudem sind weder die Kapazitäten des Nachbarkrankenhauses noch jene des Rettungsdienstes auf diese Taxi-Situation ausgerichtet – vom Reisewillen der Patienten, Angehörigen und der Mitarbeiter ganz abgesehen. Berechnet werden Kapazitäten bequemerweise ausschließlich nach dem Durchschnitt und nicht nach einem Leistungskorridor, obwohl, wie wir alle wissen, Unfälle und Geburten nicht nach statistischen Vorgaben passieren. Die Bevölkerung der Region Salzkammergut Nord und auch hunderttausende Nächtigungsgäste verlieren mit der unfallchirurgischen Vollstation und der geburtshilflichen Station am Landeskrankenhaus Gmunden die medizinische Sicherheit einer sowohl medizinisch wie auch pflegerisch hoch angesehenen Einrichtung und damit auch an Lebensqualität.

Anstatt jetzt die schlimmen Auswirkungen der Fehlentscheidung zu kaschieren, rufe ich alle Beteiligten auf, unter Einbindung der Region und vor allem der Mitarbeiter des Krankenhauses Alternativen zu entwickeln. Dafür wird die parteiübergreifende Aktion „Rettet das Gmundner Krankenhaus“ mit allen demokratischen Mitteln auch nach einem Landesbeschluss kämpfen.

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