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Foto: Privat
Branko Novaković Betriebsratsvorsitzender AKh Linz GmbH, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsberufe des ÖGB OÖ
 
Standpunkte 15. Juni 2011

Das Krankenhauspersonal wird zusammenbrechen

Die Spitalsreform ist beschlossen, wieso gehen die Gewerkschaften dennoch auf die Straße? Die Arbeitsbedingungen in den Gesundheits- und Sozialberufen sind schlecht, das ist eine Tatsache. Insbesondere trifft das auf die Beschäftigten im oberösterreichischen Spitalswesen zu. Der ÖGB OÖ hat sich im Rahmen der Plattform ARGE Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe mit diesem Thema intensiv beschäftigt und einen Aktionsplan beschlossen. Sollten keine Verbesserungen der Situation eintreten, werden auch öffentliche Proteste geplant.

Wir befürchten, dass die Auswirkungen der Spitalsreform auf die Beschäftigten massiv sein werden. Von der Reform sind mindestens 25 Prozent des Personals direkt betroffen. Es wird niemand gekündigt, es wird aber mit Sicherheit zu Versetzungen kommen. Die Verringerung der Bettenkapazitäten wird unweigerlich zu einer Arbeitsverdichtung führen, weil die Patienten Leistungen in der gleichen Qualität und Menge fordern werden. Das Krankenhauspersonal wird dadurch zusammenbrechen. Ein Beispiel: In den letzten fünf Jahren betrug der Anstieg von Krankenständen durch psychische Belastungen beim Pflegepersonal katastrophale 247 Prozent.

Ob hier eine Arbeitsverdichtung Platz hat, wage ich zu bezweifeln und es stellt sich die Frage: Wie viele Kranke produziert unser Gesundheitswesen? Darüber hinaus sind laut §3 Arbeitnehmerschutzgesetz Arbeitgeber verpflichtet, für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen. Tun sie das in Anbetracht dieser Zahlen wirklich? Die Oberösterreicher werden nicht ernsthaft daran glauben, davon bin ich überzeugt, dass ein überlastetes und demotiviertes Krankenhauspersonal wirklich gute Leistungen erbringen kann und die Wartezeiten nach Streichung von 778 Betten unverändert bleiben werden.

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