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Foto: WGKK
Prof. Dr. Klaus Klaushofer Ärztlicher Direktor des Hanusch-Krankenhauses der Wiener Gebietskrankenkasse
 
Standpunkte 31. Mai 2011

Aspekte der Schmerztherapie aus Sicht der Sozialversicherung.

Schmerzen begleiten die meisten Erkrankungen, beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen und haben weitreichende körperliche, seelische und soziale Konsequenzen. Unbehandelte Schmerzen zählen zu den bedeutendsten ungelösten Gesundheitsproblemen. Prävention und Behandlung chronischer Schmerzen sind eine der größten Herausforderungen für Gesundheitssysteme, von der Grundlagenforschung über Prävention, Krankenbehandlung bis zu Rehabilitation und Palliativmedizin. Betrachtet man das breite Spektrum dieser Gesundheitsbereiche und die Tatsache, dass praktisch alle Krankheiten von Schmerzen begleitet sind, wird die beträchtliche ökonomische Bedeutung, die Diagnose, Differenzialdiagnose und adäquate Behandlung betrifft, offenkundig. Damit ist verständlich, dass das Thema Schmerz über den Zuständigkeitsbereich der Sozialversicherung hinaus fast alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft und das Vermeiden von Schmerz, soweit dies irgendwie möglich ist, ein gesellschaftliches Anliegen darstellt, das maßgeblich Zufriedenheit von Individuen und das Wohlergehen von Gesellschaften bestimmt.

Oberstes Ziel ist es, die Qualität in den Bereichen Prävention, Diagnose, Differenzialdiagnose und Behandlung von Schmerzen zu verbessern. In diesem Sinne sollten Aktivitäten nationaler und internationaler Schmerzexperten unterstützt werden, die auf dieses Thema aufmerksam machen und Qualitätsverbesserungen durch Forschungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen erreichen.

Die Ausgaben für Diagnose und Therapie chronischer Schmerzen sind nicht exakt darzustellen, da das Problem Schmerz – wie oben erwähnt – in alle Bereiche hineinreicht und eine gesonderte Darstellung dafür verwendeter Mittel nicht möglich ist. Betrachtet man alle für Schmerzbehandlung eingesetzten Wirkstoffgruppen, so wurden 2010 von der Österreichischen Sozialversicherung ca. 10 Millionen Verordnungen mit Kosten von etwa 126 Millionen Euro finanziert.

So wie bei anderen Medikamentengruppen gibt es auch im Bereich der Schmerztherapie immer wieder Diskussionen über die Frage, was die beste Medizin darstellt, und ob teure Innovationen wirklich einen so großen medizinischen Vorteil bieten, dass die Mehrkosten gerechtfertigt sind.

Bei diesen ökonomischen Überlegungen ist die soziale Krankenversicherung auf die gesetzliche Vorgabe, dass „Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein muss, das Maß des Notwendigen jedoch nicht überschreiten darf“, gebunden. Die Bewertung der Evidenz, des medizinischen Nutzens und der ökonomischen Konsequenzen sind die Grundlage für Entscheidungen in Zusammenhang mit Kostenerstattung. Vom österreichischen Gesundheitssystem werden die für eine optimale Schmerzbehandlung erforderlichen Voraussetzungen zur Verfügung gestellt.

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