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Foto: Vinzenz Gruppe
Mag. Andreas Hasiweder Personalleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz der Vinzenz Gruppe
 
Standpunkte 25. Mai 2011

Eine gesunde Balance

Es ist aus meiner Sicht erfreulich, dass die niederösterreichische Arbeiter- und Ärztekammer im „St. Pöltner Appell“ das Thema Burnout aktiv aufgreifen, denn Burnout droht überall in Österreichs Gesundheitswesen. Mehrere Studien belegen, dass Ärzte und Pflegepersonal zunehmend steigenden Belastungen ausgesetzt sind. Ursachen dafür sind Leistungssteigerungen aufgrund geänderter Finanzierungssysteme, sinkende Verweildauer von Patienten, höhere Leistungsdichte und mündigere Patienten.

In den Häusern der Vinzenz Gruppe beschäftigen wir uns bereits seit längerer Zeit mit dieser Entwicklung, denn „Medizin mit Qualität und Seele“, wie wir sie bieten wollen, muss bei Ärzteteams und Pflegepersonal beginnen, um am Ende beim Patienten zu wirken. Den ökonomischen Zwängen können selbstverständlich auch wir uns nicht entziehen. Aber das Maß an Unterstützung und Wertschätzung, das wir unseren Patienten bieten, müssen wir auch unseren Mitarbeitern entgegenbringen – nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.

Als Konsequenz aus Befragungsergebnissen hat das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz bereits vor drei Jahren eine Betriebs- und Organisationspsychologie als Anlaufstelle zur Beratung und Unterstützung in Gesundheits- und psychosozialen Fragen eingerichtet. Zum präventiven Maßnahmenbündel zählen unter anderem Stress-Prävention, Burnout-Prophylaxe oder die Begleitung bei Lebensstilveränderungen. Das Projekt 50+ soll gesündere berufliche Rahmenbedingungen für unsere erfahrenen Ärzte entwickeln. Als Krankenhaus können wir uns in diesem Bereich nur bemühen, die Symptome zu lindern.

Zur Ursachenbekämpfung brauchen wir die Unterstützung der Politik. Sie muss finanzielle Ressourcen so zur Verfügung stellen, dass Krankenhäuser die Belastungssituationen im klinischen Alltag reduzieren können, damit Berufe im Gesundheitswesen wieder länger, gesund und mit Freude ausgeübt werden. Dass der St. Pöltner Appell dazu einen wirksamen Anstoß liefert, hoffe ich sehr.

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