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Foto: Ärztekammer NÖ
Dr. Ronald Gallob Kurienobmann der angestellten Ärzte der NÖ Ärztekammer
 
Standpunkte 25. Mai 2011

Das Sparen hat Grenzen

Wir freuen uns, dass wir das beste Gesundheitssystem der Welt haben und dürfen dies auch bei jeder kritischen Diskussion um das österreichische Gesundheitssystem wiederholt hören. Auch die „RMS TITANIC“ war das beste Schiff seiner Zeit, bis es auf einen Eisberg gekracht ist. Unser bestes „Schiff“ steuert derzeit ebenfalls auf mindestens einen Eisberg zu. Verschiedene Interessensvertretungen, wie zum Beispiel die Kooperation Arbeiterkammer NÖ und Ärztekammer NÖ, zeigen schon seit mehr als einem Jahr über alle Parteigrenzen hinweg auf, dass einzelne Elemente des besten Gesundheitssystems sehr krank sind.

Das im medizinischen Bereich angestellte Personal genügt dem Arbeitsaufkommen und damit der geforderten Qualität zunehmend nicht mehr. Sicher ist, dass Sparen ein edles Ziel ist, wenn der geforderte Auftrag der Bevölkerung auf Gesundheitsversorgung nicht in Frage gestellt wird. Sicher ist auch, dass man im besten Gesundheitssystem der Welt nicht so viel sparen kann, wie es tatsächlich von der Politik gewünscht wird. Nicht ausgabenseitig, sondern einnahmenseitig ist die Ursache der Krankheit unseres Systems zu finden. Selbstverständlich kann man auch sehr konsequent dafür sorgen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Gesundheitsberufen weiterhin deren Attraktivität in den Keller rutschen lassen, dass die Family-Work-Balance weiterhin zu Lasten der Motivation der Mitarbeiter geht. Denn wenn die Leistungsträger des besten Gesundheitssystems der Welt abhandenkommen, dann kann man gewaltig einsparen und hat zudem auch noch einen „Schuldigen“.

Ich bezweifle aber, dass dies ein Weg wäre, der der Bevölkerung unserer Republik helfen würde. Sollte die Politik unseres Landes aber dieser Meinung sein bzw. diesen Weg weiter beschreiten wollen, dann muss dies auch ehrlich den betroffenen Patienten mitgeteilt werden. Wir als Interessensvertreter über alle konventionellen und historischen Grenzen hinweg sehen es als unsere Pflicht an, dies zu tun.

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