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Foto: Privat
Anna Mayer Bundesvorsitzende, Österreichische Diabetikervereinigung
 
Standpunkte 10. Mai 2011

Der Fuß darf nicht das letzte Kapitel in der Aufklärung sein

Wir haben in jeder Schulung das Thema „diabetischer Fuß“ integriert. Das Problem ist, dass Diabetes lange Zeit keine Schmerzen verursacht. Daher ist auch das Bewusstsein für regelmäßige Kontrollen – vor allem was die Füße betrifft – nicht sehr ausgeprägt. Und es liegt an den Hausärzten, ihre Diabetes-Patienten nicht nur zu fragen, ob etwas weh tut, sie müssen auch hinschauen!

Wir wissen, dass die Compliance der Typ-2-Diabetiker miserabel ist, und zwar je älter sie sind, umso schlechter. Das Problem liegt auf beiden Seiten: Ärzte haben zu wenig Zeit für die optimale Betreuung chronisch Kranker, und Patienten lassen sich in ein Disease Management Programm aufgrund mangelnder Compliance gar nicht erst einschreiben.

Bei Patientenschulungen darf der Fuß auch nicht das „letzte“ – sprich unwichtigste – Kapitel sein. Fußpflege oder Fußkontrolle sind nach wie vor bei den meisten Betroffenen ein unbeliebtes Thema, solange keine Beschwerden vorhanden sind. Hier müssen wir sicher gemeinsam mit den Ärzten ansetzen und die schwerwiegenden Folgen mit noch mehr Nachdruck aufzeigen. Wenn es nämlich weh tut, ist ohnehin schon Feuer am Dach.

Wir wissen ebenso, dass 2 Prozent der Erblindeten Diabetiker sind. Auch das muss nicht sein, genauso wenig wie die Amputationen, wenn rechtzeitig Präventionsmaßnahmen gesetzt werden.

In Ballungszentren gibt es eigene Einrichtungen, wie Stoffwechselambulanzen oder Fußambulanzen, aber selbst dort liegt die Wartezeit oft bei vier oder fünf Stunden. Es darf daher nicht verwundern, wenn Patienten diese Angebote nicht gerne annehmen. Wir wünschen uns Schwerpunktambulanzen und ganz dringend valide Zahlen, denn dann können auch die Angebote entsprechend angepasst werden.

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