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Prim. Dr. Afshin Assadian Vorstand der Abteilung für Gefäßchirurgie, Wilhelminenspital
 
Standpunkte 10. Mai 2011

Eigenverantwortung muss übernommen werden

Prinzipiell ist das medizinische System in Österreich ausgezeichnet, es besteht jedoch ein erheblicher Mangel bei der Einbindung von Patienten in Präventions- und Therapiemaßnahmen, wie etwa Patientenschulungen. Das gilt insbesondere für Diabetes. Die völlig fehlende Awareness in der Gesellschaft für das Thema ist aus meiner Sicht die zentrale Ursache, dass wir in aller Stille in einen „Diabetes-Supergau“ gleiten.

Der heute wesentlich frühere Beginn der Erkrankung und die steigende Lebenserwartung lassen die Zahl der Problempatienten deutlich ansteigen. Wir sprechen hier von einem jährlichen Wachstum von bis zu 7 Prozent. Die internationale Datenlage belegt, dass nur etwa 40 Prozent aller Patienten mit einem DFS einem Gefäßchirurgen vorgestellt werden. Bei einem etwa gleich hohen Prozentsatz wird ohne engere Abklärung einfach amputiert.

Die zur Verfügung gestellten Ressourcen in der Gefäßmedizin sind derzeit definitiv zu gering, insbesondere in Hinblick auf die Entwicklung des Patientenaufkommens in den nächsten Jahren. Hier sind vor allem Fachgesellschaften gefragt, die der gegenüber der Politik die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Ausweitung der Ressourcen für diese Institutionen betonen. Wir verzeichnen heute etwa unnötig lange Liegezeiten auf Akutbetten, da für Patienten keine Nachsorge außerhalb der Krankenhäuser gewährleistet ist.

Ein Hauptproblem ist auch der Unwille und das Unverständnis der Patienten. Wenn eine Erkrankung diagnostiziert wird, ist jeder auch selbst gefordert, mitzuarbeiten und sein persönliches Risikomanagement zu verbessern.

Ein vorsorgender Lebensstil ist erwiesenermaßen die effektivste und effizienteste Maßnahme in der Langzeittherapie.

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