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Foto: PVA
Prof. Dr. Rudolf Müller Chefarzt der Pensionsversicherungsanstalt, Facharzt für Innere Medizin
 
Standpunkte 4. Mai 2011

Gutachten auf Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit geprüft

Die Zahl derer, die eine Pension „krankheitshalber“ – Invaliditätspension im Arbeiterbereich und Berufsunfähigkeit im Angestelltenbereich – zuerkannt bekommen, ist seit Jahren weitgehend konstant und liegt mit geringen Schwankungen bei jährlich etwa 25.000, somit bei rund einem Drittel aller Anträge. Ob und in welchem Ausmaß eine geminderte Arbeitsfähigkeit vorliegt, wird durch ein medizinisches Begutachtungsverfahren festgestellt. Fachärzte aller Fachrichtungen erstellen unter Einsatz moderner Diagnoseverfahren sowohl in den Fachärztlichen Begutachtungsstationen der PVA als auch extern Gutachten, welche die physische und psychische Leistungsfähigkeit der Antragsteller nachvollziehbar dokumentieren. Im Jahr 2010 wurden alleine aus den Fachgebieten Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Orthopädie seitens der PVA weit über 100.000 Fachgutachten erstellt. Im Rahmen einer lückenlosen Oberbegutachtung werden die erstellen Gutachten auf Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit geprüft. Darüber hinaus werden Qualitätskontrollen durchgeführt, um eine einheitliche und korrekte Feststellung der Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.

Die Zuerkennung einer Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension muss im Kontext mit den bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten gesehen werden, wobei neben versicherungsrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen die Verweisbarkeit von Antragstellern mit erlernten Berufen innerhalb der Berufsgruppen und von ungelernten Arbeitern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für die Zumutbarkeit einer weiteren beruflichen Tätigkeit maßgeblich sind. Keinesfalls „schicken“ Ärzte leichtfertig Patienten in Pension. Allein die im Durchschnitt um ca. 11 Jahre verkürzte Lebensdauer, die Bezieher einer Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension aufweisen, zeigt eindeutig, dass gravierende gesundheitliche Probleme der Gewährung einer Pension zugrunde liegen.

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