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Mag. Dr. Klaus Schuster
Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA Regionalmanager Mostviertel, NÖ Landeskliniken-Holding
 
Standpunkte 26. April 2011

Peritonealdialyse – Österreich hinkt hinterher

Aus heutiger Sicht ist zu erwarten, dass die Zahl der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz in Österreich in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Die Gründe dafür sind insbesondere hohe Prävalenzraten bei den Hauptrisikofaktoren wie Hypertonie und Diabetes. Der Nettozuwachs an Patienten mit der Notwendigkeit einer Dialyse liegt in den letzten Jahren relativ konstant bei durchschnittlich ca. 130 Personen pro Jahr. Derzeit werden in Österreich nur ca. 9 Prozent mit PD bzw. anderen Heimdialyseverfahren versorgt. Die Versorgungssituation selbst ist sehr heterogen, so schwankt der Anteil der Patienten an der PD deutlich von Bundesland zu Bundesland – 14 Prozent in Vorarlberg, 5,8 in Kärnten per 31.12.2009 – und ist meist von persönlichen Initiativen abhängig.

Wie aus internationalen Daten ersichtlich, ist die PD für die Mehrheit der Patienten mit ESRD (dialysepflichtige Niereninsuffizienz) eine zur HD zumindest qualitativ gleichwertige Behandlungsmodalität, aber mit deutlich geringeren Gesamttherapiekosten. Für Österreich wurde gleichartig wie in anderen Industrienationen errechnet, dass die jährlichen Behandlungskosten für die PD um etwa 25 bis 30 Prozent unter jenen für die HD liegen.

Ziel muss eine Anhebung des Verhältnisses zwischen PD+HD auf 25:75 sein. Dieses Verhältnis ist bei frühzeitiger, neutraler Information der Patienten auch möglich. Die Information ist zu verknüpfen mit Maßnahmen für eine frühzeitige Erkennung von Patienten mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion, wie z. B. der Einführung flächendeckender Risikostratifizierung. Zusätzlich sind Kommunikations- und Schulungsinitiativen bei Bezirksärzteveranstaltungen, Pflegeschulen, Selbsthilfegruppen etc. zu fördern. Außerdem ist durch entsprechende Finanzierungsmodelle sicherzustellen, dass Heimdialyse auch finanziell für die Patienten und die behandelnden medizinischen Strukturen keinen Nachteil bedeutet, so wird z. B. in Australien an PD-Patienten eine Entschädigung für Strom und Wasser bezahlt.

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