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Foto: ELGA
Dr. Susanne Herbek Geschäftsführerin der ELGA GmbH
 
Standpunkte 19. April 2011

Kosten unterhalb der kolportierten Summen

Mit der Errichtung und dem zukünftigen Betrieb der ELGA folgt Österreich der internationalen Entwicklung im Bereich der elektronischen Gesundheitsakte. Das Informationssystem der ELGA wird sicherstellen, dass allen Einrichtungen, die mit der Behandlung und Betreuung von Patienten befasst sind, wichtige Gesundheitsdokumente wie Entlassungsbriefe oder Labor- und Radiologiebefunde jederzeit zur Verfügung stehen. Über eine Portallösung oder über eine im Arbeitsplatz integrierte Software werden sowohl die Patienten selbst als auch die Gesundheitsorganisationen auf die auch heute schon elektronisch abgespeicherten Gesundheitsdaten zugreifen können. ELGA erhöht dadurch nicht nur die Sicherheit für die Patienten, sondern auch die Qualität der Behandlung. So entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: die Patienten, die Gesundheitsdiensteanbieter, aber auch die Finanziers des Systems – die Solidargemeinschaft, und damit letztendlich auch für den einzelnen Steuerzahler.

Für die Errichtung der ELGA sind laut Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG 30 Millionen Euro vorgesehen. Diese Kosten teilen sich Bund, Sozialversicherung und alle neun Bundesländer. Über weitere Finanzmittel wird im Rahmen des nächsten Finanzausgleiches, gültig ab 2014, zu verhandeln sein. Die Kosten werden aber weit unter den kolportierten Summen liegen. In den nächsten Jahren werden die Errichtungskosten der ELGA durch Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem wieder hereingebracht. Denn Doppelbefundungen und Mehrfachuntersuchungen als Folge von Informationsdefiziten oder nicht vorhandener Kooperation zwischen den Gesundheitsdiensteanbietern belasten das österreichische Gesundheitssystem derzeit mit mehreren Hundert Millionen Euro pro Jahr. In diesem Sinne wird die elektronische Gesundheitsakte das Gesundheitssystem insgesamt deutlich effizienter machen.

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