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Mag. Gerhard Holler E-Health-Konsulent der Österreichischen Ärztekammer
 
Standpunkte 19. April 2011

Aktualisierte Kostenschätzung unbekannt

Vor mittlerweile fast drei Jahren hat die deutsche Beratungsfirma Debold+Lux im Auftrag der damaligen Arge ELGA eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt, die von der Bundesgesundheitskommission allerdings nie abgenommen und daher auch nicht veröffentlicht wurde. Grund dafür waren große Auffassungsunterschiede im Bereich der Nutzenschätzungen. Die Kostenanalyse dürfte hingegen eher valide sein. Ob seitens der nunmehrigen ELGA GmbH eine Fortschreibung der Kosten aufgrund neuerer Erkenntnisse erfolgt ist, ist mir derzeit nicht bekannt, veröffentlicht ist jedenfalls nichts.

Debold+Lux hat die Kosten für das gesamte ELGA-System, bestehend aus dem Zentralsystem und den Einrichtungen bei den Gesundheitsdienstanbietern, also Ärzten, Spitälern und Apotheken, getrennt berechnet bzw. geschätzt, jeweils aufgegliedert in Anschaffungs- und Betriebskosten. Demnach ist mit Anschaffungskosten von rund 130 Millionen Euro zu rechnen. Diese Summe gliedert sich in 34 Millionen für das Zentralsystem – für Patientenindex, GDA-Index, Dokumentenregister, Berechtigungs- und Protokollsystem, Portal, Projektmanagement, Akzeptanzmanagement etc. –, 20 Millionen für die regionalen Spitalsverbünde für regionale Dokumentenregister, 42 Millionen für die Ärzte, vier Millionen für die Apotheken und 30 Millionen für die Spitäler. Umgerechnet auf die einzelnen Einheiten ergäbe das Belastungen von 2.800 Euro pro Ordination, 4.000 Euro pro Apotheke und 120.000 Euro pro Spital. Die Schätzungen für die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 37,1 Millionen Euro pro Jahr, wobei hier ausschließlich Technikkosten berücksichtigt wurden, kein zusätzlicher Personal- oder Zeitaufwand für die Gesundheitsdienstanbieter. Von dieser Gesamtsumme entfallen 18,4 Millionen auf Zentralsystem und regionale Register, 13,1 Millionen auf die Ärzte, 1,2 Millionen auf die Apotheken und 4,4 Millionen auf die Spitäler.

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