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Mag. Rainer Schultes Rechtsanwalt, e|n|w|c Natlacen Walderdorff Cancola Rechtsanwälte
 
Standpunkte 13. April 2011

Schwerpunkt: Internetwerbung

Der Vorschlag der Kommission hat zum Ziel, die unterschiedlichen Abgrenzungen von Patienteninformation zur Laienwerbung für verschreibungspflichtige Medikamente in den einzelnen Ländern zu harmonisieren. Im Wesentlichen hat der Entwurf die Kommunikation via Internet im Auge, denn darauf kann natürlich einfach über Landesgrenzen hinweg zugegriffen werden.

Sowohl auf europäischer Ebene als auch in Österreich ist Laienwerbung für verschreibungspflichtige Medikamente verboten. Das betrifft alle Maßnahmen, die das Ziel haben, die Verschreibung, die Abgabe, den Kauf oder den Verbrauch von Arzneimitteln zu fördern. Werbliche Wirkung soll etwa durch das Verbot der Information über Fernsehen, Radio, Zeitungen oder bestimmte andere Publikationen vermieden werden. Das Pharmaunternehmen soll keine aktive Rolle („push“) bei der Bereitstellung von Informationen übernehmen. Fachinformationen und bestimmte andere aktuelle Informationen sollen in Zukunft der breiten Öffentlichkeit, aber in einer patientenorientierten Form zur Verfügung stehen dürfen. Vergleiche zwischen Arzneimitteln bleiben in der Regel aber verboten. Tatsächlich wird genau diese Abgrenzungsfrage zwischen Werbung und Information in der Praxis immer wieder große Schwierigkeiten bereiten.

Umgekehrt halte ich es für vernünftig, dass der europäische Gesetzgeber die Möglichkeiten erweitert, denn im Internet findet man ja jetzt schon sehr viele Einträge, die Informationen über Arzneimittel beinhalten. Nicht immer sind diese qualitativ hochwertig, werden aber mangels besserer Alternativen von der Öffentlichkeit aufgenommen.

Insofern ist der Richtlinienvorschlag zu begrüßen, weil dadurch die Chance auf fachlich richtige Information vonseiten der Unternehmen eröffnet wird. Bei einem so wichtigen Thema wie der menschlichen Gesundheit sollte es keine Informationssperre geben.

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