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Foto: ASBÖ
Reinhard Hundsmüller Bundesgeschäftsführer Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
 
Standpunkte 2. März 2011

Die Gewinne dort ausschütten, wo für alle gearbeitet wird

Über 279 Millionen Euro Überschuss haben die Krankenkassen im Vorjahr erzielt. Dieser Summe gegenüber stehen 1,5 Millionen Euro, die der Samariterbund jährlich an Mehrkosten zu tragen hat. Eine vergleichsweise geringe Summe in Relation zum Kassenüberschuss, gleichzeitig aber doch sehr viel Geld für uns. Denn diese Mehrkosten bringen das gesamte Rettungswesen und damit wichtige Leistungen für die Kranken und Schwachen in unserer Gesellschaft in Gefahr. Spätestens jetzt wäre es daher an der Zeit, die Gewinne der Krankenkassen sinnvoll auch an jene Organisationen auszuschütten, die zuverlässig und kostengünstig für die Menschen im Einsatz sind.

Die Rettungsorganisationen mussten in den letzten Jahren zahlreiche schmerzhafte finanzielle Einbußen verkraften. Von der Erhöhung der Mineralölsteuer bis hin zur Kürzung der Zivildienstleistungen wurden wir zunehmend beschnitten. Dennoch sollen und wollen wir die Qualität unserer Leistungen aufrechterhalten. Seit vielen Jahren gibt es keine adäquate Inflationsanpassung der Kilometertarife für Krankentransporte mehr. Dazu kommen erhöhte Anforderungen bei der Ausbildung der Mitarbeiter und der Ausstattung der Fahrzeuge. Allein die Gehaltsvalorisierungen unserer Mitarbeiter übersteigen die bisherigen Tarifanpassungen erheblich.

Diese Schieflage gilt es schleunigst auszugleichen. Gutes Wirtschaften bedeutet auch sinnvolles Umverteilen. Es ist nicht einzusehen, dass wir unseren Betrieb nur mithilfe von Spenden und dem Einsatz von Freiwilligen aufrechterhalten können, während die Krankenkassen Überschüsse erzielen. Denn diese Spendengelder fehlen in der Folge in vielen anderen wichtigen Bereichen, wie etwa in der Armutsbekämpfung oder der Katastrophenhilfe, wo dringend benötigte Hilfsmaßnahmen eingeschränkt oder gar unmöglich gemacht werden.

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