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Foto: WGKK
Ing. Mag. Erich Sulzbacher Generaldirektor Wiener Gebietskrankenkasse
 
Standpunkte 2. März 2011

Angesichts der Zusammenhänge ist die Euphorie verfrüht

Die Wiener Gebietskrankenkasse konnte nach zehn aufeinanderfolgenden Verlustjahren 2009 und 2010 jeweils einen Bilanzgewinn verbuchen. Das sind erfreuliche, aber leider nur kurzfristige Phänomene. Nur wenn man die Zusammenhänge versteht, die zu diesen Ergebnissen geführt haben, wird klar, dass allzu euphorische Jubelmeldungen verfrüht sind. Die Überschüsse der beiden vergangenen Jahre haben eine Gemeinsamkeit: In hohem Ausmaß haben Einmaleffekte zu den Bilanzgewinnen geführt. 2009 machte dieser 22,9 Millionen Euro aus. In diesem Ergebnis schlagen sich allerdings Sondereffekte des Kassensanierungspaketes 2009 nieder, darunter die Auflösung des Katastrophenfonds beim Hauptverband und Zusatzmittel aus dem Bundesbudget. Was das vorläufige Ergebnis 2010 angeht, so rechnen wir mit einem Überschuss von knapp 60 Millionen Euro. Zu einem wesentlichen Teil hat die Nachzahlung der Gemeinde Wien für die Fremdpatienten im Hanusch-Krankenhaus – immerhin 48,1 Millionen Euro – dazu beigetragen, dass die WGKK so deutlich in die schwarzen Zahlen gekommen ist.

Der Weg zu einer nachhaltigen Sanierung der Krankenkassen ist also noch weit. Das zeigen nicht zuletzt die Prognosen für das laufende Jahr, wonach mehrere Träger wieder in die Verlustzone rutschen. Zudem werden die Schulden der WGKK bis Jahresende laut Voranschlag bei 379,3 Millionen Euro liegen. Vor diesem Hintergrund sollte man mit dem Geldausgeben sehr vorsichtig sein. Was zusätzliche Leistungen angeht, so versucht die WGKK bei aller Finanzdisziplin, in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer weitere Schritte zu setzen: Im aktuellen Vertrag, der auf drei Jahre abgeschlossen wurde, findet sich ein Schwerpunkt zur besseren Versorgung bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ziel ist es, ab 2013 Kassenverträge für niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater zu vergeben.

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