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Foto: Normungsinstitut
Dipl.-Ing. Dr. Karl Grün Director Development, Austrian Standards Institute
 
Standpunkte 15. Februar 2011

Verbindliche Kriterienkataloge fehlen bisher

Normen bieten dem Konsumenten Schutz und tragen in hohem Maß zu seiner Sicherheit bei. In einem Zeitalter, in dem Dienstleistungen immer mehr in den Vordergrund rücken, ist es wichtig, dass der Konsument sich auch hier auf allgemeingültige Standards verlassen kann – und das trifft ganz besonders auf die ästhetische Chirurgie zu. Der Anstoß dazu kommt nicht von uns als Organisation, sondern von sogenannten interessierten Kreisen. Das Ergebnis ist eine Norm, deren Einhaltung eine freiwillige Selbstverpflichtung ist. In bestimmten Fällen kann sie auch vertraglich oder per Gesetz verbindlich werden.

Austrian Standards Institute hat beim Europäischen Komitee für Normung CEN den Vorschlag eingebracht, ein Projekt-Komitee zur Erarbeitung von Standards für die ästhetische Chirurgie zu gründen, das erstmals im September 2010 in Bratislava getagt hat. In der Plenarsitzung haben die mehr als 30 Teilnehmer bereits einstimmig eine Definition für ästhetische Chirurgie beschlossen, ebenso Titel, Anwendungsbereich und Struktur der künftigen Europäischen Norm festgelegt. Vier europäische bzw. internationale Organisationen wurden als „Liaison Organisations“ aufgenommen. Der hochkarätige Ausschuss traf sich neuerlich im Jänner 2011 in Wien. Ziel dieser Sitzung war es, die Anforderungen an die Norm weiter zu spezifizieren. Erörtert wurden unter anderem die Fragen, welche Kriterien eine Person, die im Bereich der ästhetischen Chirurgie tätig ist, erfüllen muss, welcher Eingriff welche Kompetenzen erfordert und wie das Umfeld, in dem Eingriffe durchgeführt werden, hinsichtlich Sterilität und Hygiene beschaffen sein muss. Weiters will das Komitee auch Standards für die Handhabung von Notfällen ausarbeiten. Darüber hinaus wird an einer einheitlichen Offenlegung für Patienten gefeilt. Die Europäische Norm für ästhetische Chirurgie soll bis Ende 2012 fertig gestellt werden.

 

Die Politik ist gefordert, bei der Europäischen Kommission die Verstetigung der bestehenden Quotenregelung zum Schutz einer ausreichenden Zahl an österreichischen Medizinstudenten durchzusetzen.xxl.

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